Ab wann beginnt der Mensch zu lieben?
Ab wann beginnt der Mensch zu lieben?
Mit dem Ausdruck „Oder seid Liebende“ sind diejenigen gemeint, die der Einladung des Gesandten, der ein froher Botschafter ist, Folge leisten. Er warnt diejenigen, die diese Einladung nicht annehmen, dass sie in die Hölle gelangen werden.
Das Eingangstor auf dem Weg zu Allah ist die Liebe zu Allah. Wer liebt, der nähert sich dem, den er liebt. Wer sich fürchtet, flieht vor dem, vor dem er sich fürchtet. Diejenigen, die der Einladung folgen, sind jene, die sich auf der dritten Stufe die Rückkehr zu Allah wünschen und Ihn lieben. Diese Person erlangt eine Wesensart, die sieht, vernimmt und versteht. An diesem Punkt entsteht eine unmittelbare Liebe zum heiligen Lehrer, eine Liebe, die Allah in das Herz legt. Hat sich die Person jedoch die Rückkehr zu Allah nicht gewünscht, so gilt sie vor Allah als blind, taub und ohne Verständnis. Eine solche Person empfindet Abneigung gegen den heiligen Lehrer. Sobald sie sich aber die Rückkehr zu Allah wünscht, entfernt Allah die Hindernisse von ihren Augen, Ohren und ihrem Herzen.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), erwähnte:
Ein Gläubiger ist jemand, der Freundschaften schließt (Bekanntschaften knüpft und sich gut mit anderen versteht) und mit dem man gern befreundet ist. In demjenigen, der keine Freundschaften schließt und mit dem niemand befreundet sein möchte, steckt nichts Gutes. Der beste unter den Menschen ist derjenige, der den anderen nützlich ist. (Q: Ahmed b. Hanbel, II, 4-5. 334.)
Der Sultan der Propheten sprach in einer anderen edlen Überlieferung: „Ihr könnt nicht ins Paradies eintreten, solange ihr nicht wahre Gläubige (Amenu) werdet (d. h. solange ihr euch die Rückkehr zu Allah nicht wünscht). Und ihr werdet keine wahren Gläubigen sein, solange ihr einander (den heiligen Lehrer) nicht liebt.“
Um ins Paradies zu gelangen, muss man ein wahrer Gläubiger werden. Um ein wahrer Gläubiger zu werden, muss man sich unbedingt die Rückkehr zu Allah wünschen. Nur so findet der Liebende Rettung. Leider lehren viele Religionslehrer heute eine Praxis, die von Angst geprägt ist
Doch der Weg zu Allah führt über die Liebe.
Der erhabene Allah will, dass wir uns Ihm nähern, dass wir mit Ihm verbunden sind und in Seiner Nähe bleiben. Je näher wir Allah kommen, je stärker wir mit Ihm verbunden sind und je mehr wir Seinen Geboten folgen, desto mehr wird die Liebe zwischen uns und unserem Herrn eine vollkommene Einheit bilden.
Wer ist der Vernehmende? Die Person, die in der edlen Überlieferung mit dem Ausdruck „Seid entweder Vernehmende“ beschrieben wird, ist die Person, die sich an ihren heiligen Lehrer bindet.
Erinnern wir uns an eine weitere edle Überlieferung unseres Propheten, des Sultans der Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm): „Sprecht die Wahrheit oder schweigt.“ Wer die Wahrheit spricht, empfiehlt den Wunsch, zu Allah zurückzukehren. Wer schweigt, ist derjenige, der sich mit Gaben an seinen heiligen Lehrer bindet und dessen Worte verinnerlicht. Unser Prophet sagte auch: „Der Schweigende ist der, der gewinnt.“
Der erhabene Allah schenkt jedem, der sich die Rückkehr zu Ihm wünscht, sieben Unterscheidungsfähigkeiten. Er schafft auch die Herzvoraussetzungen, damit die Person mit den läuternden Taten beginnen kann. Allah erreicht das Herz dieser Person mit Bekehrung. Er wendet das Herz zu Sich und öffnet den Weg der Barmherzigkeit, der zum Herzen führt. Sobald die Person beginnt, Allah zu preisen, erreichen der Träger und die Barmherzigkeit die Brust, da die Herzvoraussetzungen bereits geschaffen wurden. Sie gelangen durch den geöffneten Weg ins Herz und die Person wird ehrfürchtig. Die ehrfürchtige Person bittet Allah durch das rituelle Bittgebet um einen heiligen Lehrer und bindet sich an den heiligen Lehrer, der ihr gezeigt wurde. So ist derjenige, der die Worte seines heiligen Lehrers vernimmt und erkennt, die Person, die in der edlen Überlieferung als „der Vernehmende“ bezeichnet wird. (Siehe 6. Stufe.)
Wer ist der Lernende? Wenn der Ehrfürchtige das rituelle Bittgebet verrichtet und seinen heiligen Lehrer erbittet, verspricht Allah ihm, dass Er ihm gewiss seinen heiligen Lehrer zeigen wird. Wenn dieser Mensch sich auf der 14. Stufe mit Gaben an seinen heiligen Lehrer bindet, empfängt er sieben Segnungen von dem erhabenen Allah. Wer mit diesen sieben Segnungen beschenkt wird, gehört zu den „Vernehmenden“, wie es in der Überlieferung erwähnt wird. Um jedoch wirklich ein Lernender zu werden, muss er seine Seele in sieben Stufen teilreingen.
Der Lernende ist derjenige, der den Wunsch, zu Allah zurückzukehren, empfiehlt und verkündet. Denn um zu lernen, muss man lehren.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) pflegte zu sagen: „Wer mit dem handelt, was er weiß, dem lehrt Allah, was er nicht weiß.“
Der erhabene Allah hat all dies an einen einzigen Wunsch geknüpft und somit zugesichert. Wer sich mit Gaben an seinen heiligen Lehrer bindet, dem schenkt Allah sieben Segnungen und lässt ihn die Mittelgebote lieben. So durchläuft er nacheinander die Stufen der befehlenden, rügenden, Eingebung empfangenden, erfüllten, mit Allah zufriedenen, Allah zufriedenstellenden und teilgereinigten Seele. Mit jeder Teilreinigungsstufe nimmt durch die Preisung, die Allah ihnen lieben gelassen hat, das Gnadenlicht um 7 % zu. Nach sieben Stufen sind es 49 %. Zusammen mit den 2 % Licht der Barmherzigkeit, die aus der Ehrfurcht entstanden sind, ergibt sich eine Erleuchtung von 51 %. Damit ist die Seele teilgereinigt.
Was bringt es einem Menschen, wenn seine Seele teilgereinigt wird? Die Teilreinigung der Seele bewirkt, dass der Geist zum Wesen Allahs zurückkehrt. Dies ist die erste Ergebung. Im Rahmen dieser Ergebung wird die Person zu einem bekehrten Heiligen Allahs (Awliya). Wer diesen Rang erreicht, erhält von Allah eine neue Aufgabe: Er soll ein Lernender werden. Was soll er lernen? Er soll den Geist des Korans lernen. Und wer den Geist des Korans lernt, dessen Aufgabe ist es, den Wunsch, zu Allah zurückzukehren, zu empfehlen. Je mehr er diesen Wunsch empfiehlt, desto mehr wird er den Geist des Korans lernen.
Den Wunsch, zu Allah zurückzukehren, zu empfehlen, bedeutet, die Menschen zum Wesen Allahs einzuladen. Wenn ein bekehter Heiliger beginnt, diesen Wunsch zu empfehlen, sagt er: „Oh ihr Menschen, sagt später nicht, dass ihr nichts davon gewusst habt. Wünscht euch, zu Allah zurückzukehren! Wenn ihr diesen Wunsch hegt, schenkt euch der erhabene Allah Seine besondere Gnade. Diese Gnade ist die dritte Stufe des Paradieses und die Hälfte der Glückseligkeit im Diesseits. Wir gehören zu jenen, die dieser Gnade erfahren durften. Weil wir dieser Gnade würdig geworden sind, empfehlen wir sie auch euch. Wir haben sie erfahren, weil wir uns die Rückkehr zu Allah gewünscht haben. So sollt auch ihr diese Gnade erfahren.“
Das, was Allah für uns will, ist ewige Glückseligkeit im Diesseits und im Jenseits. Wer die permanente Preisung erreicht, hat im Jenseits die fünfte Stufe des Paradieses und im Diesseits die vollkommene Glückseligkeit erlangt. Kein Ereignis kann ihn mehr beunruhigen oder unglücklich machen. Denn der Teufel kann nur die Laster beeinflussen. Da im geistigen Herzen der Seele durch die permanente Preisung jedoch keine Laster mehr vorhanden sind, haben sich an deren Stelle die positiven Eigenschaften des Geistes als Tugenden entfaltet. Die Wünsche, die aus diesen Tugenden hervorgehen, decken sich mit den Wünschen des Geistes. So lebt dieser Mensch in unendlichem Frieden und Glückseligkeit. Darum ist es unsere Aufgabe, Lernende zu werden und die permanente Preisung zu erreichen. (Siehe 26. Stufe.)
Wer ist der Gelehrte (Lehrender)? In den letzten drei Stufen der 28-stufigen Ordnung, nämlich im Rang des Besitzers der permanenten Preisung, im Rang der Reinheit und im Rang der Heiligen, die die höchste Stufe der Heiligkeit erreicht haben, wird der Mensch zum Besitzer der Weisheit. Doch um über die Weisheit hinaus zu lernen, muss er das Wesen Allahs sehen. Wer das Wesen Allahs sieht, wird von dem erhabenen Allah beauftragt und ermächtigt, die Menschen auf dem Weg zur vollkommenen Reifung zu führen, und ist damit ein Gelehrter.
Ein Gelehrter, der seinen Willen Allah ergeben hat, das Wesen Allahs gesehen hat und Weisheit besitzt, steht in der Rechtslehre auf einer Stufe mit den Propheten. Doch die Propheten sind darüber hinaus mit der Gesandtschaft und dem Prophetentum betraut. Sie erreichen eine Stufe, auf der sie mit Allahs Zustimmung unter Seiner Weisung stehen.
Mehmet Akif Ersoy sagte: „Wenn sich diese vier Dinge in dir vereinen, gibt es für dich keinen Verlust mehr.“
Dies sind die vier Dinge: * Ein wahrer Gläubiger werden. * Mit den läuternden Taten beginnen. * Den Wunsch zu Allah zurückzukehren empfehlen. * Die Geduld empfehlen.
Tatsächlich gibt es für diesen Menschen keinen Verlust mehr.
Wer sind diejenigen, die zugrunde gehen? Die fünfte Gruppe, von der in der Überlieferung die Rede ist, sind diejenigen, die dem Wissen und den Wissenden gegenüber feindlich gesinnt sind. Die Besitzer des Wissens sind diejenigen, die die permanente Preisung erreicht haben, also die Besitzer der Preisung und die darüber hinausgehenden. Mit Wissen ist der edle Koran gemeint, der uns von den Besitzern des Wissens gelehrt wird. Wer dies nicht verwirklicht, erlangt nicht das, was diejenigen erlangt haben, die es verwirklicht haben. Ihnen bleibt Allahs Gnade verwehrt. Weil sie dieser Gnade nicht würdig sind, erreichen sie weder die Ergebung des physischen Körpers noch die Glückseligkeit im Diesseits und im Jenseits. Allah, der Erhabene, will, dass ihr euer gesamtes Leben nach diesem Prinzip gestaltet.
Demnach gehört jeder, der sich die Rückkehr zu Allah nicht wünscht, zu denen, die in der Sure al-Asr als „im Verlust“ beschrieben werden. Und wer diesen Wunsch nicht hat, gehört, wie unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) in seiner Überlieferung gesagt hat, zu denen, die zugrunde gehen.