Die Bewertung der Einladung des Gesandten
Die Bewertung der Einladung des Gesandten
In allen Zeiten haben die Gesandten die Menschen zu Allah eingeladen, und diese Einladung wird bis zum Jüngsten Gericht andauern.
Der erhabene Allah befiehlt:
al-Anfāl-24: O ihr, die ihr wahre Gläubige seid (die sich die Rücker zu Allah wünschen), wenn Allah und Sein Gesandter euch zu den Dingen einladen, die euch Leben geben, folgt dieser (Einladung)! Und wisst, dass Allah zwischen die Person und ihr Herz tritt und dass ihr gewiss zu Ihm zurückkehren werdet! (Die Geister von euch allen werden sich alle bei Allah versammeln und Allah wird ein Zufluchtsort für eure Geister sein.)
Yusuf-108: Sprich: „ Eben dies ist der Weg, zu dem ich und diejenigen, die sich an mich gebunden haben, (Allah sehend) mit dem sehenden Herzensauge zu Allah einladen. Ich spreche Allah frei von Fehlern. Und ich gehöre nicht zu den Beigesellern.“
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) erwähnte:
„O Diener Allahs! Ihr seid wie Kranke, und der Herr der Welten ist wie ein Arzt. Das, was dem Kranken nützt, ist das, was der Arzt weiß und womit er behandelt, nicht das, was der Kranke selbst will oder sich ausdenkt und vorschlägt. So ergebt euch dem Befehl Allahs, damit ihr die Errettung erlangt.“(Mecmuat’ul-Verram, Bd. 2, S. 117)
In einer anderen Überlieferung heißt es: „In dieser Nacht sind viele Unruhen, Zwietracht und viele Schätze herabgekommen. Doch wer wird jene wecken, die in ihren Zimmern schlafen und davon nichts mitbekommen? Wahrlich, es gibt viele, die in dieser Welt viel Kleidung besitzen, doch im Jenseits nackt sein werden.“ (Q:Buhkari, Ilm, 27)
Ein großer Teil der islamischen Welt befindet sich derzeit in einem schwerwiegenden Irrtum, da sie glauben, auf dem Bekehrungsweg zu sein. Der Begriff „Islam” leitet sich von der Wurzel slm ab und bedeutet „Ergebung”. Allah, der Erhabene, befiehlt allen Menschen, sich Ihm zu ergeben. Unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) betonte dies mit den Worten: „Der Friedensgruß geht dem gesprochenen Wort voraus.“ (Tirmidhi, 2699).
Gemäß den Bestimmungen der Koranverse sind viele der heutigen Religionslehrer wie Imame, die ins Feuer rufen. Ihr Ziel ist es, den Menschen die fünf Säulen des Islams als Weg zur Errettung zu lehren. In diesen fünf Säulen findet sich jedoch der Wunsch, zu Allah zurückzukehren, nicht, welcher das Eingangstor zur Bekehrung ist. Es fehlt die läuternde Tat, sprich die Preisung, die für die Teil- und vollständige Reinigung der Seele essenziell ist. Ohne sie ist ein religiöses Leben nicht möglich. Letztlich ist dies eine Prüfung für die Menschen. Ziehen sie die notwendige Lehre daraus, können sie der Bekehrungseinladung des Gesandten Allahs folgen und sich mit einem Herzenswunsch aus dem unruhigen und unglücklichen Zustand befreien.
Vor 14 Jahrhunderten hat unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) seine Weggefährten auf folgende Weise zu Allah eingeladen:
Unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) rief die Leute des Stammes Quraisch am Hügel Safa zusammen und sprach zu ihnen: „Ihr Leute von Quraisch! Wenn ich euch sagen würde, dass sich am unteren Ende dieses Berges oder in jenem Tal feindliche Reiter befinden, die euch gleich angreifen und euer Hab und Gut rauben werden, würdet ihr mir glauben?” Sie antworteten ohne zu zögern: „Ja, wir würden dir glauben. Denn du warst bisher immer ehrlich. Wir haben noch nie erlebt, dass du gelogen hast.“ Nachdem der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) von allen Anwesenden diese Bestätigung erhalten hatte, verkündete er ihnen die göttliche Wahrheit: „In diesem Sinne teile ich euch mit, dass ein Tag der schweren Pein vor euch liegt und diejenigen, die nicht an die Rückkehr zu Allah glauben, dieser Pein ausgesetzt sein werden. Ich bin gesandt worden, um euch davor zu bewahren. O ihr Quraisch! Meine Lage euch gegenüber gleicht der eines Mannes, der den Feind sieht und aus Furcht, dieser könnte seiner Familie Schaden zufügen, sofort zu ihr läuft, um sie zu warnen. O Gemeinschaft der Quraisch! Ihr werdet sterben, als ob ihr einschläft, und auferstehen, als würdet ihr aus dem Schlaf erwachen. Gewiss werdet ihr aus euren Gräbern auferstehen und vor Allah treten, um über jede eurer Taten Rechenschaft abzulegen. Am Ende werdet ihr für eure guten Taten und eure Anbetung belohnt, und für eure bösen Taten bestraft. Die Belohnung ist das ewige Paradies, die Strafe die ewige Hölle.“
In einer Überlieferung, die von Abu Huraira berichtet wurde, heißt es folgendermaßen:
„O Söhne von Abd Schams! O Söhne von Kab ibn Luay! Rettet euch vor der Hölle. O Söhne von Abd Manaf! Rettet euch vor der Hölle. O Söhne von Haschim! Rettet euch vor der Hölle. O Söhne von Abd al-Muttalib! Rettet euch vor der Hölle. O Fatima, rette dich vor der Hölle. Denn ich habe nicht die Macht, euch vor Allahs Pein zu retten …“ (Q: Müslim, Iman 348, 351; Bukhari, Tefsiru Sure (26) 2; Tirmidhi, Tefsiru sure (27) 2; Nesai, Vesays 6.)
Wenn wir die entsprechenden Verse der Sure ad-Duchan betrachten, sehen wir, dass von einer qualvollen Pein die Rede ist, die die Menschen umfassen wird.
ad-Duchān-10: Beobachte den Tag, an dem der Himmel einen deutlichen Rauch (die Zwietracht) herbeiführen wird.
ad-Duchān-11: Diese (Zwietracht) hat die (meisten) Menschen umhüllt. Dies ist eine schmerzende Pein.
Dass Menschen von einer qualvollen Pein umgeben sind und unruhige, unglückliche Gesellschaften entstehen, liegt daran, dass sie zwar glauben, die Religion zu leben, sie aber nicht die wahre Religion leben.
Sobald die Verkündung uns erreicht, ist es somit unsere Aufgabe, ihr Folge zu leisten und uns die Rückkehr zu Allah zu wünschen.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien mit ihm), gebietet:
„Die Weisen haben gewiss die Aufgabe, als Vermittler zwischen euch und eurem Herrn zu dienen.“ (Q: EHakim, Müstedrek, 3/222; Taberâni, el-Kebîr, 20/328; Heysemî, Mecmau’z Zevâid, 2/64.
In einer anderen edlen Überlieferung heißt es:
„Die Weisen sind die Erben der Propheten. Die Propheten haben weder Gold noch Silber als Erbe hinterlassen, sondern das Wissen. Wer sich also dieses Wissen aneignet, hat damit einen großen Anteil empfangen.“ (Q: Bukhari, Ilm, 10; Abu Dawud, Ilm, 1; Tirmidhi, Ilm, 19; Ibn Majah, Mukaddima, 17.)
Wie aus der Überlieferung hervorgeht, schenkt Allah denjenigen, die der Einladung des Einladenden Folge leisten und sich die Rückkehr zu Allah wünschen, seine Gaben. Eines der höchsten universellen Gesetze Allahs ist das Gesetz der Würdigkeit und Belohnung. Wir erhalten von Allah, was wir verdienen.
Wie bei den beiden Gruppen, die in al-Kahf 28, erwähnt werden, gab es auch unter denen, die die Verkündung erhielten, einige, die der Einladung des Bekehrers folgten, sich die Bekehrung wünschten und die frohe Botschaft Allahs empfingen. Die anderen hingegen erhielten zwar die Verkündung der Bekehrung, blieben jedoch gleichgültig, ließen sich von den Verlockungen des weltlichen Lebens verführen oder lehnten sie wegen falscher Auslegungen ab und stellten sich ihr entgegen. Einige gingen sogar noch weiter. Selbst als man ihnen Verse aus dem Koran zeigte, glaubten sie nicht und hielten andere von der Bekehrung ab. Damit gehören sie zur Gruppe der Ungerechten. Die Menschen dieser zweiten Gruppe haben den Koran zwar gelesen, sich aber die Bekehrung nicht gewünscht. Deshalb legte Allah ein Hindernis auf ihre Herzen. So drang der Koran nicht in ihre Herzen und sie konnten seine eigentliche Bedeutung nicht verstehen. Da sie sich die Bekehrung nicht wünschten, lebten sie das Wissen, das sie besaßen, nicht. Ihr Wissen blieb für sie nutzlos. Der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Ich suche Zuflucht bei Allah vor nutzlosem Wissen.“
In diesem Zusammenhang sprach unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) in einer weiteren Überlieferung:
„O Allah, ich suche Zuflucht bei Dir vor nutzlosem Wissen, vor einem Herzen, das keine Ehrfurcht empfindet, vor einer Seele, die niemals satt wird, und vor einem Gebet, das nicht erhört wird.“ (Q: Müslim, Zikir, 73; Tirmizi, Daavat 69, (3478); Nesai, İstiaze 2, (8, 255.)
Der erhaben Allah sagt zu diesem Thema wie folgt:
al-Baqara-44 Vergesst Ihr euch selbst, wenn Ihr den Menschen ein Heiliger(Birr) zu werden (sich zu teilreinigen und zu ergeben ) befiehlt? Und Ihr, begreift ihr denn noch immer nicht , obwohl ihr das Buch lest?
al-Dschāthiya-23: Hast du die Person gesehen, die sich ihre Begierde zur Gottheit nimmt? Und Allah ließ sie auf ihrem Wissen ( ihrem unnützen Wissen) auf der Finsternis. Und Er versiegelte seinen Hörsinn und sein Herz. Und Er zog einen Vorhang (namens Gschawet) über seinen Sehsinn (Baßar, Herzensauge) . Wer außer Allah kann ihn in dieser Situation zur Bekehrung führen? Denkt ihr denn immer noch nicht tiefgründig nach?
Wenn sie sich also die Rückkehr zu Allah nicht wünschen, dann laufen die heutigen Religionslehrer in die größte Falle: das universelle Gesetz des erhabenen Allahs. Weil diejenigen, die diesen Wunsch nicht haben, gleichgültig bleiben, legt Allah Hindernisse auf ihre Sinne. Wenn sie mit dem Verkünder streiten, legt Er Hindernisse auf ihre Glieder. Sobald sie anfangen, auf Erden Hetze zu betreiben, versiegelt Allah ihre Herzen, sodass sie nie mehr die Möglichkeit haben werden, sich die Rückkehr zu Ihm zu wünschen. Allah, der Erhabene, sagt dazu:
Muhammad-16 Und einige unter deinen Zuhörern fragten diejenigen, denen Wissen gegeben wurde, nachdem sie von dir fortgegangen sind: „Was hat (er) eben gesagt?“ Diese sind es, deren Herzen Allah versiegelt hat und sie sind jene, die ihren Begierden folgen werden.
Diejenigen, die ihren Begierden folgen und denen Allah Hindernisse auferlegt hat, können die Verse Allahs und die Botschaft, die Er uns durch sie übermitteln will, leider nicht verstehen. Um sie verstehen zu können, müssen sie der Verkündung und der Einladung des Bekehrers, den Allah mit der Bekehrung gesandt hat, Folge leisten. Allah, der Erhabene, erklärt, zu welchem Zweck Er Seine Gesandten entsandt hat folgendermaßen:
An-Nisa-64: Und Wir haben die Gesandten für nichts anderes geschickt, als dass sie ihm mit Allahs Erlaubnis gehorchen. Und wären sie zu dir gekommen, als sie ihre Seelen bedrängt haben, so Allah um Vergebung gebeten hätten und auch der Gesandte um Vergebung für sie gebeten hätte, hätten sie gewiss Allah, als Jenen vorgefunden, der die Buße (beider Seiten) akzeptiert (ihre Buße und den Antrag des Gesandten um Vergebung) und barmherzig ist.
Leider befindet sich ein Großteil der Menschen im Schlaf der Achtlosigkeit. Erst wenn sie den Bekehrer Allahs vernehmen und ihm gehorchen, gehorchen sie somit Allah.
Obwohl in jeder Epoche Gesandte von Allah zu den Menschen kamen und ihnen die Botschaft der Bekehrung brachten, konnten sie diese Botschaft nicht erfassen, da sie im Sumpf ihrer Unwissenheit gefangen waren. Indem sie ihren Begierden, Mutmaßungen und den Lastern ihrer Seele folgten, verleugneten sie die Gesandten, die zu ihnen geschickt wurden, oder töteten sie sogar.
al-Baqara-87: Ich schwöre, dass wir Moses ein Buch gegeben haben und nach ihm hintereinander Gesandte gesendet haben. Und wir haben Jesus, dem Sohn Marias offenkundige Beweise gegeben und haben ihn mit dem heiligen Geist unterstützt. So dass Ihr jedes Mal, wenn ein Gesandter zu euch mit etwas kam, was euch nicht gefallen hat, hochmütig geworden seid. Aus diesem Grund habt ihr einige von ihnen dementiert und einige von ihnen tötet ihr.
al-Ma'ida-70 Ich schwöre, dass Wir von den Söhnen Israels einen Misak-Eid nahmen und zu ihnen Gesandte schickten. Jedes mal, wenn ein Gesandter zu ihnen kam, leugneten sie einen Teil von ihnen und einen Teil töteten sie, weil es nicht den Begierden ihrer Seelen entsprach.
Wer dem Befehl des Gesandten „Wünscht euch die Rückkehr zu Allah“ folgt, dessen Hindernisse beseitigt Allah, der Erhabene, sofern er welche hat, sei es auf seinen Gliedern oder auf seinen Sinnen. Ganz gleich, wer es ist, wenn er der Botschaft des Gesandten folgt, beseitigt Allah seine Hindernisse. Er stattet sie, mit Unterscheidungsfähigkeiten aus und führt diese Menschen in kürzester Zeit mit Gaben zu ihrem heiligen Lehrer. Nachdem sie ihre Bindung verwirklicht haben, erfüllt Allah Sein Versprechen und führt den anvertrauten Geist zu Sich zurück. Am Ende der siebenstufigen Reinigung der Seele schenkt Er ihnen die dritte Stufe des Paradieses und die Hälfte der irdischen Glückseligkeit.
Allah, der Schöpfer, hat alles im Bestehen durch sein Gegenteil errichtet. Darum steht jeder, der die Verkündung des Gesandten vernimmt, vor der Wahl: Entweder wünscht er sich das Wesen Allahs oder das weltliche Leben.
Unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm), der Sultan der Propheten, sagte: „Drei Dinge führen den Menschen ins Verderben: Geiz, dem eigenen Seele zu folgen und Selbstgefälligkeit.“ Wer sich die Rückkehr zu Allah nicht wünscht, folgt seinen Begierden und bleibt in einem Zustand, in dem er Gefallen an seiner eigenen Seele findet.
In einer Überlieferung von Abu Sa'id und Abu Hurayra (möge Allah mit ihnen zufrieden sein) sagte unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm):
„Am Tage des Jüngsten Gerichts wird der Diener um Rechenschaft abzulegen in die Gegenwart von Allah gebracht. Allah, der Erhabene, wird sprechen: „Habe Ich dir nicht Ohr und Auge, Besitz und Kinder gegeben? Habe Ich dir nicht die Tiere und den Ackerbau dienstbar gemacht? Habe Ich dich nicht dazu freigelassen, um über sie zu herrschen und von ihnen zu profitieren? Hast du jemals über die heutige Begegnung mit Mir nachgedacht?“ Der Diener wird antworten: „Nein.“ Da wird Allah, der Erhabene, sprechen: „So werde Ich dich heute vergessen, genauso wie du Mich (in der Welt) vergessen hast.“ (Q: Tirmidhi, Kıyamet 7), (2430.)
Wenn der Mensch dem Gesandten infolge seiner Bewertung gehorcht und seiner Einladung folgt, ist er gerettet. Die eigentliche Kunst besteht jedoch darin, von Herzen zu gehorchen. Um das zu können, muss man dem grundlegenden Befehl Allahs im edlen Koran folgen, nämlich dem Wunsch, zu Ihm zurückzukehren. Wenn wir diesem Gebot folgen, erzieht uns der erhabene Allah, lässt uns die Preisung lieben, die ein Mittelgebot ist, und mit der Preisung durchschreiten wir Tag für Tag die Stufen der Seele. Schließlich sorgt Allah, der Erhabene, dafür, dass unser zuvor geiziges Herz großzügig wird. Denn im edlen Koran hat Allah ein hohes Versprechen gegeben.
al-Baqara-261 Der Zustand derer, die ihr Vermögen auf Allahs Weg ausgeben, gleicht einem Samenkorn, das sieben Ähren trägt, und in jeder Ähre befinden sich hundert Körner. Allah gibt, indem Er (Seine Versorgung) für wen Er will um ein Vielfaches vermehrt. Und Allah ist der Allumfassende (Waßi), der Allwissende (Alim).
An dem Punkt, an dem das Opfern beginnt, verwirklicht sich die Bindung. Ob ihr nun im äußeren Sinn euren Besitz auf dem Weg Allahs spendet oder im geistigen Sinn eure Seele darbringt, indem ihr stets die Preisung, die Allah euch auferlegt hat, vollzieht, seid ihr in beiden Fällen jemand, der durch die Preisung aufopfert. Wenn ihr aufopfert, wird der erhabene Allah euch großzügig machen. Im 39. Vers der Sure ar-Rum vergleicht Allah zwei Gruppen von Menschen miteinander.
ar-Rūm-39 Und das (die Preisung, die ihr verrichtet, ohne euch die Rückkehr zu Allah zu wünschen), was ihr vom Zins (als Zinsgabe) überreicht, damit sich der Besitz der Menschen vermehrt, in diesem Fall vermehrt es sich nicht bei Allah (Er bildet kein Licht im Herzen eurer Seele und vermehrt es nicht). In dem ihr euch (die Rückkehr zu Allah) das Wesen Allahs wünscht, überreicht ihr die religiöse Pflichtabgabe (die Preisung, die ihr macht); eben sie sind es, die auf diese Weise (die Lichter im Herzen ihrer Seele) um das Vielfache vermehren.
Mit den Lichtern, die Allah im Herzen entstehen lässt, wird der Mensch großzügig und gelangt zu den Schönheiten. Denn er weiß, dass Allah das, was er besitzt, jedes Mal vermehrt, wenn er davon gibt.
Ibrāhīm-7 Und dann hatte euer Herr euch mitgeteilt; Wir vermehren (euren Segen) wenn ihr dankt aber wenn ihr von denen werdet, die leugnen, wahrlich dann wird Meine Peinigung heftig werden.
Auch unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sprach über die Großzügigkeit:
„Die Großzügigkeit ist wie ein Baum im Paradies, dessen Zweige bis in die Welt reichen. Wer sich an einem seiner Zweige festhält, den führt er ins Paradies. Die Habgier hingegen ist wie ein Baum in der Hölle, dessen Zweige bis in die Welt reichen. Wer sich an einem seiner Zweige festhält, den führt er ins Feuer (in die Hölle).“ (Q: Beyhaki, Şuabü’l-Iman, VII, 435.)
Wir loben und danken dem erhabenen Allah, unendlich dafür, dass Er uns bis hierher zur Großzügigkeit geführt und uns die Freude gegeben hat, auf Seinem Weg zu spenden. Doch dies ist nur der Teil der Bekehrung, der den Geist betrifft. Es ist die Bekehrung des Geistes, aber hier endet die Bekehrung nicht. Auch unser physischer Körper, unsere Seele und unser Wille, die uns von Allah anvertraut wurden, haben ihre Bekehrung. Die schwierigste Bekehrung ist der steile Weg, nämlich die Bekehrung des physischen Körpers. (Siehe 25. Stufe.)
Unser Prophet (Frieden und Segen sei auf ihm) sprach:
„Wer der Einladung Allahs nicht Folge leistet, ist ungehorsam gegenüber dem Gesandten Allahs.“ (Q: Buhari, Nikâh 71, 74; Müslim, Nikah 103, (1429); Tirmizi, Nikah 11, (1098); Ebu Davud, Et’ime 1, (37, Ravi İbnu Ömer.)
Der erhabene Allah sagt im edlen Koran:
An-Nisa-80: Wer dem Gesandten gehorcht, hat auf diese Weise , wahrlich Allah gehorcht. Und wer sich abwendet, in diesem Fall haben Wir dich nicht als Hüter über sie entsandt.
Die Erfüllung des Gebots der Hanif-Religion beginnt unbedingt mit der Einladung Allahs. Allahs Einladung ist das Eingangstor zum Weg, der zu Ihm führt. Die Überlieferungen unseres Propheten (Friede und Segen seien auf ihm) stimmen vollkommen mit dem edlen Koran überein und erinnern uns an eine sehr wichtige Wahrheit: Der Einladung Allahs zu folgen, ist das Fundament des Islams. Auf der zweiten Stufe der 28-stufigen Skala steht jeder Mensch vor einer Wahl. Entweder folgen die Menschen Allahs Einladung und gelangen dadurch sowohl im Diesseits als auch im Jenseits zur Glückseligkeit oder sie lehnen die Einladung ab. In diesem Fall leben sie ein unruhiges und unglückliches Leben in dieser Welt und werden im Jenseits in der Hölle sein.
Daher ist es zunächst notwendig, zu erklären, was es mit jener Einladung auf sich hat, die die Menschen zu einer so wichtigen Entscheidung führt. In jeder Epoche gibt es Bekehrer, die zu Allah einladen. Sie übernehmen die Aufgabe, als Vermittler zwischen den Menschen und Allah zu dienen.
Die Frage, wohin Allah einlädt, wird in vielen Versen des edlen Korans beantwortet. Der Einladung zu folgen ist die grundlegende Voraussetzung, um den Islam zu leben. In der 25. Sure Yūnus lädt der erhabene Allah die gesamte Menschheit in das Heim der Ergebung ein.
Yūnus-25: Und Allah lädt zum Heim der Ergebung ein und führt auf den Bekehrungsweg, wen Er (zu Sich führen) will ( zum Heim der Ergebung ).
Das hier erwähnte „Heim der Ergebung” ist das Wesen Allahs. Somit richtet sich Allahs Einladung einzig und allein zu Seinem Wesen. Im 25. Vers der Sure Yūnus wird ausdrücklich bestätigt, dass diejenigen, die der Einladung folgen, auf den Bekehrungsweg geführt werden. Zwischen dem „Heim der Ergebung” und dem „Bekehrungsweg” besteht in diesem Zusammenhang eine enge Verbindung. Der erhabene Allah spricht dazu wie folgt:
al-An'ām-87: Und von ihren Vätern, Nachkommen (Generationen) und Geschwistern haben Wir sie auserwählt. Und haben sie auf dem Bekehrungsweg (den Weg, der den Geist zu Allah führt) bekehrt.
al-An'ām-88: Eben dies ist die Bekehrung Allahs. Damit bekehrt Er von Seinen Dienern, wen Er will. Und hätten sie Ihm etwas beigesellt, wären ihre Taten nichtig geworden (vergeblich gewesen).
Der menschliche Geist gelangt zuerst zum Bekehrungsweg. Hat er diesen erreicht, so schreitet er auf ihm weiter und wird dadurch zum Wesen Allahs bekehrt.
Aus all diesen edlen Versen wird deutlich, dass Allahs Einladung einzig und allein zu Seinem Wesen ist. Und nur diejenigen, die dieser Einladung folgen, sind auf der Bekehrung. Errettet werden diejenigen, die den ersten Schritt zur Bekehrung tun und sich auf dem Bekehrungsweg befinden.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) erwähnte in einer edlen Überlieferung: „Wer der Einladung Allahs nicht Folge leistet, der widersetzt sich dem Gesandten Allahs.“
Bewerten wir das Thema aus der Perspektive von vor 14 Jahrhunderten, so erkennen wir, dass derjenige, der die Einladung Allahs überbrachte, der Gesandte Allahs war. Unser Prophet, der Sultan der Propheten (Friede und Segen seien auf ihm), und seine Weggefährten riefen die Menschen dazu auf, zum Wesen Allahs zurückzukehren. Mit anderen Worten: Der Gesandte Allahs lud zum Wesen Allahs ein. Der erhabene Allah sagt dazu wie folgt:
Yusuf-108: Sprich: „ Eben dies ist der Weg, zu dem ich und diejenigen, die sich an mich gebunden haben, (Allah sehend) mit dem sehenden Herzensauge zu Allah einladen. Ich spreche Allah frei von Fehlern. Und ich gehöre nicht zu den Beigesellern.“
Alle Gesandten Propheten und heiligen Gesandten haben zu ihrer Zeit die Menschen dazu eingeladen, sich die Rückkehr zu Allah zu wünschen. Diese Einladung wird bis zum Jüngsten Gericht durch die heiligen Gesandten Allahs fortgesetzt.
Auch unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) weist in dieser edlen Überlieferung auf diese Wahrheit hin:
„Haltet fest an meiner Verhaltensweise (Sunna) und der Verhaltensweise (Sunna) meiner Stellvertreter, die die vollkommene Reifung erreicht haben. Klammert euch so fest daran, als würdet ihr sie mit euren Backenzähnen festbeißen. Hütet euch vor Neuerungen in der Religion, denn jede Neuerung ist eine Verfälschung (Bid'a), und jede Verfälschung (Bid'a) ist die Finsternis.“ (Ebu Dawud, Hadis no: 4607; Müslim, 867; Nesai, 3/188.)
Gemäß dem 40. Vers der Sure al-Ahzab wurde das Prophetentum mit dem ehrenwerten Mohammed Mustafa (Friede und Segen seien auf ihm) beendet. Die Gesandtschaft ist jedoch eine Einrichtung, die, solange es die Welt gibt, existieren wird. Allah, der Erhabene, hat zu jeder Zeit und in jedem Volk heilige Gesandte entsandt, die in ihrer Sprache sprechen und die Verse Allahs erläutern. Und Er wird dies auch weiterhin tun.
Wer sich also aus freien Willen die Rückkehr zu Allah nicht zu wünscht und der Einladung Allahs nicht folgt, der widersetzt sich auch dem Gesandten Allahs. Diese Botschaft übermittelt uns unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) in seiner Überlieferung.