Wodurch wird man zum Besitzer des Glaubens?

Glauben zu besitzen ist nur möglich, wenn man dem Wunsch des Anvertrauten folgt, sprich wenn man dem Wunsch des Geistes Folge leistet. Denn der Geist ist in Wirklichkeit nicht unser eigener, sondern der Geist Allahs, und er befindet sich in uns als ein Anvertrautes. Dieses Anvertraute verlangt nach seinem Besitzer. Wenn wir dem Wunsch des Anvertrauten folgen also dem Begehren des Geistes folgen, werden wir Besitzer des Glaubens. So spricht auch unser Prophet, der Sultan der Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm), in einer weiteren edlen Überlieferung: „O mein Herr, so wie Du meinem Geist den Glauben eingepflanzt hast, so pflanze ihn auch in meine Seele ein.“

Eine der 19 Eigenschaften, die in der Struktur des Geistes verankert sind, ist der Glaube. In unserer Seele jedoch sind Laster vorhanden. Das Gegenstück des Glaubens im Geist ist in unserer Seele die Leugnung. Deshalb spricht auch der Gesandte Allahs (Friede und Segen seien auf ihm): „O mein Herr! Pflanze auch meiner Seele den Glauben ein.“

Die Person, die dem Wunsch des Anvertrauten nicht folgt, folgt nicht dem Wunsch des Geistes, sondern dem Wunsch der Seele. Der Wunsch der Seele richtet sich auf alles, was zu diesem irdischen Leben gehört. Die Seele will die Welt. Und wer den Wünschen der Seele folgt, besitzt keinen Glauben. Im geistigen Herzen unserer Seele gibt es 19 Krankheiten. Alle Wünsche der Seele sind böse, alle Wünsche des Geistes sind gut. Die Wünsche des Geistes finden sich auch im edlen Koran wieder. Der edle Koran selbst wurde uns von dem erhabenen Allah anvertraut. Deshalb bedeutet, dem Wunsch des Anvertrauten nicht zu folgen, zugleich die Gebote des Korans nicht zu erfüllen. Der Geist besitzt eine Struktur, die allen Geboten Allahs, des Erhabenen, gehorcht und keines der von Ihm verbotenen Handlungen begeht.Allah verlangt von uns, allen Geboten, die Er im edlen Koran festgelegt hat, zu gehorchen und die von Ihm verbotenen Handlungen zu meiden. Infolgedessen bedeutet dies dem Wunsch des Anvertrauten zu folgen, bedeutet also, dem Wunsch des Geistes (den Versen des Korans), zu folgen. Wer den Geboten des Korans nicht folgt, hat keinen Glauben.

Wenn die Person seinen freien Willen nicht in der Richtung gebraucht, die Allah, der Erhabene, befohlen hat, folgt er seinen eigenen Begierden. Wenn jemand die Grenzen eines anderen überschreitet und dessen Entscheidungsfreiheit unterdrückt, indem er ihn zu etwas zwingt, dann ist diese Person in der Beigesellung. Daher will der erhabene Allah, dass wir weder unserer eigenen Begierden noch der Begierden anderer folgen. Denn wenn der Mensch den Geboten Allahs nicht folgt, folgt er entweder seinen eigenen Begierden oder den Begierden anderer.

Der erhabene Allah sagt im edlen Koran wie folgt:

ar-Ra'd 2 Allah ist es, der die Himmel (die Stufen des Himmels), die ihr am Sehen seid, ohne Säulen erhöht hat. Dann hat Er Sich in die Nicht-Existenz erhoben. Und Er hat die Sonne und den Mond unter Seine Weisung genommen. Alles verfließt bis zu einer festgelegten Zeit. Er Ordner und lenkt alle Angelegenheiten. Er erläutert Seine Verse getrennt voneinander, damit ihr fest an die Rückkehr zu eurem Herrn (an die Rückführung eures Geistes zu Allah vor dem Tod) glaubt.

an-Naml-80: Wahrlich, du kannst weder dazu führen, dass die Toten vernehmen noch kannst du den Tauben, die ihre Rücken kehren und davonlaufen, dazu führen die Einladung (Allahs) zu vernehmen.

an-Naml-81 Und du bist nicht derjenige, der die Blinden von ihrer Finsternis (umkehrt und) zur Bekehrung führt. Du kannst nur diejenigen zum vernehmen bringen, die an unsere Verse glauben. Eben sie sind jene, die sich ergeben haben.

Derjenige, der die Verse erläutert, ist der Bekehrer von Allah. Das Geschöpf, dem die Verse erläutert werden, ist der Mensch mit freiem Willen. Doch nur diejenigen, die an die Verse glauben, wünschen sich die Rückkehr zu Allah. Denn die Bekehrung ist die Rückkehr des menschlichen Geistes zu Allah, und nur diejenige, die sich mit ihrem eigenen Willen (freiem Willen) die Bekehrung wünschen können vernehmen. Die lebendigen Toten sind jene, die sich die Rückkehr zu Allah nicht wünschen und auch andere daran hindern. Sie haben Allahs Zorn auf sich gezogen.

So gibt es zwei Alternativen: Entweder man glaubt zweifellos an die Verse, oder nicht. Entweder man glaubt zweiffelos an das Jenseits, oder man glaubt nicht. Zwischen diesen beiden Möglichkeiten entscheidet sich die Person mit ihrem freien Willen. Wenn sie sich mit ihren freien Willen die Rückkehr zu Allah wünscht, garantiert ihr der erhabene Allah, gemäß asch-Schurâ 13, dass Er sie zu sich führen wird.

asch-Schūrā-13: (Allah) hat in der Religion, (das Gesetz) was Er hiermit dem ehrenwerten Noah vermacht (als Gebot auferlegt) hat: „Haltet die Religion aufrecht (am Leben) und spaltet euch darin nicht in Gruppen auf“, dem ehrenwerten Abraham, ehrenwerten Moses und ehrenwerten Jesus als Gebot auferlegt und auch Dir offenbarend, auch euch zum Gesetzt gemacht. Den Beigesellern ist das, wozu du sie eingeladen hast (sich die Rückkehr zu Allah zu wünschen), schwer gefallen. Allah auserwählt denjenigen, den Er wünscht und führt denjenigen zu sich, der sich Ihm zuwendet (führt dessen Geist zu Lebzeiten zu Sich).

Allachu jedschtebi ilejchi men jeschau we jechdi ilejchi men junib (junibu): „Allah auserwählt denjenigen, den Er wünscht und führt denjenigen zu sich, der sich Ihm zuwendet.“

Daher liegt es am Menschen, sich die Rückkehr zu Allah zu wünschen und fest an Seine Verse zu glauben. Nur unter diesen Voraussetzungen kann ein Mensch Glauben besitzen.  Genau darauf weist auch unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) hin, wenn er sagt: „Wer dem Wunsch des Anvertrauten nicht folgt, hat keinen Glauben.“ Damit macht er uns deutlich, dass derjenige, der dem Wunsch des Geistes nicht folgt, die Verse des Korans missachtet und nicht fest an sie glaubt, keinen Glauben hat.