Heute wird eine Religionspraxis befolgt, die auf Mutmaßungen und Verfälschungen beruht.
Heute wird eine Religionspraxis befolgt, die auf Mutmaßungen und Verfälschungen beruht.
Unser Prophet, der Sultan der Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm), sagte zu diesem Thema folgendes:
„Meidet das Mutmaßen, denn Mutmaßungen sind die verlogensten Aussagen.“ (Q: Ravi Ebu Hureyre- Buhârî, Vasâyâ 8, Nikâh 45, Ferâiz 2, Edeb 57, 58; Müslim, Birr 28. Ayrıca bk. Tirmidhi, Birr 56.)
Mutmaßungen sind die eigenen Gedanken und Interpretationen der Menschen. Menschen, die sich auf der ersten Stufe befinden, neigen häufig dazu, Mutmaßungen zu folgen, wenn sie Ereignisse durchleben und bewerten. Doch Mutmaßungen können niemals den Platz der Verse Allahs einnehmen. Die Verse Allahs sind Allahs Gebote, sie sind Allahs Gesetze. Menschen, die Ereignisse nicht auf die von Allah gewollte Weise verstehen und bewerten können, sind diejenigen, die Sein Buch nicht kennen.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sprach:
„Zweifellos führt Aufrichtigkeit in Wort und Tat zu Gutem und überlegenen Güte. Und Güte führt zum Paradies. Die Person, die die Wahrheit sagt, wird bei Allah als Wahrhaftiger eingestuft. Die Verlogenheit führt zur Abirrung (Sündhaftigkeit). Und die Sündhaftigkeit führt zur Hölle. Wenn die Person die Verlogenheit zu seinem Beruf macht, wird er vor Allah als großer Lügner (Heuchler) aufgezeichnet.“ (Q: Bukhari, Edeb 69; Muslim, Birr 103 105. Vgl. auch Tirmidhi, Birr 46.)
Das wahre Wort ist, sich die Rückkehr zu Allah zu wünschen. Wer diesen Wunsch in sich trägt, den wird Allah gewiss auf den Bekehrungsweg (Sıratı mußtakim) führen, der zu Ihm führt. Die Entscheidung liegt immer beim Menschen selbst. Nur wer die Ereignisse, die er erlebt hat, richtig bewertet, wird sich auf einem Weg befinden, der auf Allah ausgerichtet ist, und sich selbst aus der Finsternis befreien. Wer sich davor bewahren möchte, in dieser Welt und im Jenseits zu einer Ruine zu werden, muss die Ereignisse unbedingt gemäß den Wahrheiten des edlen Korans bewerten, sich Allah zuwenden und sich vor Mutmaßungen schützen. Denn diejenigen, die den Mutmaßungen folgen, können niemals den Weg Allahs annehmen. Sie vergeuden ihr Leben in einer verheerenden Falle des Satans. Doch nur diejenigen, die Verstand haben, können sich von den Mutmaßungen befreien und die Wahrheiten Allahs in ihrem Leben umsetzen.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), erwähnte in einer weiteren Überlieferung:
„Lernt Wissen vor den Menschen, die sich auf Mutmaßungen stützen.“ (Q: Qutubi-Sitta, Abteilung des Wissens, Ravi Ukbe Ibnu Amir, Hadith Nr: 4112.)
al-Baqara-78 Und einige von ihnen sind Analphabeten. Sie kennen das Buch (Allahs)nicht; sie kennen nur die Menschenwerke (Bücher, die von Menschen geschrieben wurden) und stützen sich lediglich auf Mutmaßungen.
Die gegenwärtige Religionspraxis ist die Praxis derer, die sich auf falsche Auslegungen stützen. Die Menschen nehmen den edlen Kuran lediglich als ein Buch wahr, bei dem man eine vollständige Koranlesung vollzieht und das man für die Verstorbenen auf den Friedhöfen liest. Der Verfasser unserer Nationalhymne, der Heilige Mehmet Akif Ersoy, sagte hierzu:
„Ihr sollt wissen, dass der Koran nicht herabgesandt wurde, um auf Friedhöfen gelesen oder für Wahrsagerei missbraucht zu werden. Lebt den Koran, lernt den Koran!“
Wenn der edle Koran ein Wegweiser des Lebens ist, dann ist es auch notwendig, ihn von den Besitzern der Preisung zu lernen. Der Gesandte Allahs (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Das Lernen von Wissen ist für jede Frau und jeden Mann ein Gebot.“ Betrachtet man die heutige Religionspraxis, so muss man leider feststellen, dass sich die Menschen nicht die Frage stellen: „Welche Bedeutung haben die Verse Allahs? Lebe ich nach dieser Bedeutung? Oder kämpfe ich in jedem Augenblick meines Lebens ständig gegen die Verse an?“ Stattdessen wird nur die Ausübung der fünf Säulen des Islam, sprich der Mittelgebote, als ausreichend angesehen. Allerdings sind die beiden wichtigsten Mittelgebote, nämlich der Wunsch, zu Allah zurückzukehren, und die Preisung, die als höchste Form der Anbetung gilt, in der heutigen Religionspraxis nicht vorhanden. Demnach befinden sich die Menschen in einer Religionspraxis, die sich auf Mutmaßungen stützt.
Der erhabene Allah sagt diesbezüglich folgendes:
Yūnus-36 Und die meisten von ihnen folgen nur Mutmaßungen. Gewiss, führt Mutmaßung nicht zur Wahrheit. Wahrlich, Allah weiß, was sie tun.
al-Baqara-79 Und wehe denen, die mit Ihren Händen das Buch (welche das Wissen aus Menschenwerken enthält) schreiben und danach sagen „Dies ist von Allah“, um das (was sie geschrieben haben) gegen einen geringen Preis zu verkaufen. Wehe denen, aufgrund dessen für das, was sie mit Ihren Händen geschrieben haben und wehe denen aufgrund dessen, was sie verdient haben.
Leider schreiben Menschen Mutmaßungen nieder, die dem edlen Koran widersprechen und Millionen glauben, dass sie mit diesen Mutmaßungen, die sie von ihnen gelernt haben, gute Taten vollbringen. Allah, der Erhabene, beschreibt diese Situation in den Versen 103, 104 und 105 der Sure al-Kahf wie folgt:
al-Kahf-103: Sprich: „Soll ich euch jene verkünden, die sich bezüglich der Taten im größten Verlust befinden?“
al-Kahf-104: Es sind solche, deren Taten (Arbeiten) in ihrem irdischen Leben abgebogen (mehr verlorene Ränge als gewonnene Ränge) sind. Und sie glauben, dass sie schöne Taten verrichten.
al-Kahf-105: Eben diese, haben die Verse ihres Herrn und die Rückkehr zu Ihm (die Rückkehr des Geistes zu Allah vor dem Tod) geleugnet. Dadurch sind ihre Taten nichtig geworden (umsonst gewesen). Nun werden Wir für sie am Tag des jüngsten Gerichts keine Waagen aufstellen.
Der Sultan der Propheten gebietet in einer seiner Überlieferungen:
„Die Menschen gingen zugrunde , doch die Gelehrten haben sich gerettet. Aber auch die Gelehrten gingen zugrunde, jedoch retteten sich diejenigen, die nach ihrem Wissen handelten. Auch jene, die nach ihrem Wissen handelten, gingen zugrunde, lediglich die Besitzer der Reinheit haben sich gerettet. Doch auch die Besitzer der Reinheit, befinden sich in großer Gefahr.“(Sağânî, Mevzûât, 39; Aclûnû, Keşfü’l-Hafâ, II, 433 Hadith Nr: 2796; 2/280 no: 2795.)D
Nur wer in den Ereignissen, die er erlebt, den Willen Allahs erkennt, kann sich davor retten, zugrunde zu gehen. Dazu muss er seinen Verstand einsetzen und das Wissen Allahs erlernen.
Wenn wir den edlen Koran erneut betrachten, sehen wir, dass diejenigen, die in die Hölle kommen, diejenigen sind, die ihren Verstand nicht nutzen und den Mutmaßungen folgen. Wenn sie durch die Tore der Hölle eintreten, werden die Wächter sie fragen: „Kam denn zu eurer Zeit kein Warner zu euch?”
Die Höllenbewohner werden antworten: „Doch, sie sind gekommen, aber wir leugneten sie und behaupteten, dass Allah nichts herabgesandt habe. Wir warfen ihnen vor, in tiefer Finsternis zu sein. Hätten wir es vernommen und begriffen, wären wir heute nicht in der Hölle.“
Der erhabene Allah drückt dieses Thema in den Versen 8, 9 und 10 der Sure al-Mulk aus.
al-Mulk-8: Sie (die Hölle) wird so sein, als ob sie vor Wut zerplatzen würde. Jedes Mal, wenn eine Gruppe dort hineingeworfen wird, werden sie von den Wächtern (der Hölle) gefragt: “Kam kein Mahner (Warner) zu euch”?
al-Mulk-9: Sie (die in die Hölle geworfenen wurden) haben gesagt: “Ja, es ist ein Mahner zu uns gekommen. Doch wir leugneten ihn und sagten, dass Allah nichts herab gesandt hat, und dass sie sich nur in einer großen Finsternis befinden”.
al-Mulk-10: Und sie sagten: “Hätten wir es vernommen oder begriffen, wären wir nicht unter dem Volk des glühenden Feuers”
Auf der einen Seite stehen die Wahrheiten des Korans als einzige Quelle der Religion, auf der anderen Seite aber die Verfälschungen und die falschen Auslegungen, sprich die Mutmaßungen der Menschen, die das Buch nicht kennen und sie an die Stelle der Wahrheiten des Korans gesetzt haben. Diejenigen, die sich von ihren eigenen Mutmaßungen und den falschen Auslegungen leiten lassen, werden für immer im Verlust sein. Die Aufgabe der Verständigen besteht darin, die Ereignisse aus der Perspektive Allahs zu betrachten und das Geschehene durch Seine Brille zu bewerten. Schließlich möchte Allah keinem Seiner Diener Leid und Not zufügen. Sein einziger Wunsch ist es, dass in den Herzen seines liebsten Geschöpfes ein einziger Wunsch entsteht: der Wunsch, zu Allah zurückzukehren.
Demnach gibt es zwei Gruppen von Menschen:
Zur ersten Gruppe gehören Menschen, die sich die Rückkehr zu Allah nicht wünschen und ihren eigenen Mutmaßungen folgen. Ihre Taten sind vergeblich und daher werden sie in die Hölle eingehen.
Zu der zweite Gruppe gehören Menschen, die die Ereignisse und den edlen Koran richtig bewerten, sich die Rückkehr zu Allah wünschen und somit der einzig wahren Religion, der Hanif-Religion, die im Arabischen Islam genannt wird und die Allah in der Ewigkeit bestimmt hat, folgen.
Leider sind alle Menschen, die ihren Platz in der ersten Gruppe einnehmen, Bewohner der Hölle. Solange sie sich die Rückkehr zu Allah nicht wünschen, können sie sich nicht von der ersten oder zweiten Stufe befreien. Diejenigen, die sich auf einer der beiden Stufen befinden, werden entsprechend der negativen Punkte, die sie auf sich geladen haben, in die Hölle kommen. (Yûnus, 7–8).
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), sprach:
„… wer den Anspruch der Unwissenheitszeit erhebt (die Systeme der Unwissenheitszeit verteidigt), gehört zweifellos zu denen, die für die Hölle bestimmt sind.“ (Q: Tirmidhi 3022, Ahmed bin Hanbel Müsned 16042, Hakim Müstedrek, Ibn Hibban.)
Der erhabene Allah teilt mit, dass Er die Hölle für die meisten Menschen und Dschinns erschaffen hat.
al-A'rāf-179: Und Wir schwören, dass Wir die Hölle für die meisten der Menschen und Dschinns vorbereitet (erschaffen) haben. Sie haben Herzen, mit denen sie nicht auffassen, begreifen können. Sie haben Augen, mit denen sie nicht sehen. Sie haben Ohren mit denen sie nicht vernehmen. Sie sind wie Tiere. Nein sie sind tiefer in der Finsternis. Eben sie sind diejenigen, die ahnungslos sind.
Im Lichte all dieser Verse und Überlieferungen sehen wir, dass die meisten Menschen auf der ersten und zweiten Stufe bleiben. Diese Menschen werden in der Hölle eine große Pein erleiden. Wer sich vor dieser ewigen Pein retten will, hat nur eine Möglichkeit: Er muss die Ereignisse so bewerten, wie es Allah wünscht, und das Wissen von Allahs Heiligen lernen und in sein Leben integrieren.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) gebietet:
„Lernt (zuerst) das Schweigen, dann die Sanftmut, dann das Wissen; lernt danach, nach diesem Wissen zu handeln, und verbreitet es (das Wissen) anschließend.“ (Q: Beyhaki, Schuabu'l-iman, 3 / 282.)
Im edlen Koran erläutert der erhabene Allah, dass in jeder Epoche und für jedes Volk Bekehrer (heilige Gesandte und heilige Lehrer) gesandt werden, um den Menschen die Verse zu erläutern, sie zu läutern und ihnen das Buch sowie die Weisheit zu lehren.
an-Nahl-36: Und ich schwöre, das Wir in allen Gemeinschaften (Nationen, Völkern) einen Gesandten beauftragt (zum Leben erweckt, verpflichtet) haben. Damit sie Diener Allahs werden (indem sie sich die Rückkehr zu Allah wünschen) und sich vom Tagut (menschlichen und Dschinn Teufeln) fernhalten (in dem sie es meiden und gerettet werden). Einen Teil von ihnen (die sich aufgrund der Einladung des Gesandten die Rückkehr zu Allah gewünscht haben) hat Allah zur Bekehrung geführt und ein anderer Teil von ihnen (die sich das nicht wünschten), ist die Finsternis zur Wahrheit geworden. Wandelt nun auf Erden. So (seht) wie das Ende der Leugner geworden ist.
Ibrāhīm-4: Es ist keiner unserer Gesandten vorhanden, den Wir nicht in der Sprache seines eigenen Volkes gesandt haben, damit er ihnen (in ihrer eigenen Sprache) die Botschaft erläutert. Wenn das so ist, lässt Allah, wenn er will (diejenigen die sich nicht die Rückkehr zu Allah wünschen) in der Finsternis. Und Er führt, wen Er will (diejenigen die sich die Rückkehr zu Allah wünschen) zur Bekehrung. Er ist Erhaben und Besitzer der Herrschaft und Weisheit.
al-Mu'minūn-44: Dann haben Wir Unsere Gesandten hintereinander (ohne Unterbrechung) gesendet. Wenn zu jeder Gemeinschaft ein Gesandter gekommen ist, haben sie ihn jedes Mal geleugnet. Und Wir haben sie hintereinander (zugrunde gehen lassen). Und Wir haben sie zu überlieferten Geschichten gemacht. Nun soll das Volk, welches nicht gläubig ist (von Allahs Barmherzigkeit) fern sein.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) erwähnte:
„Sagt den Menschen Dinge, die sie verstehen können. Wollt ihr etwa, dass Allah und Sein Gesandter verleugnet werden?“ (Q:Sahih al-Bukhari, Ilm, 4.)
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), gebietet in einer anderen Überlieferung: „Der Gläubige wird durch das Zuhören genährt."
Es gibt Gesandte Allahs und heilige Lehrer, die den Menschen die Verse vortragen. Sie sprechen die Menschen in jeder Epoche so an, dass sie es verstehen können. Auch unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) hat dieses Thema in seinen Überlieferungen betont. Wer das Wissen vom Gesandten Allahs annimmt und in seinem Leben umsetzt, gehört zu denen, die von den ersten beiden Stufen, den Stufen der Höllenbewohner gerettet sind.