An wen richtet sich die Einladung?

Wie aus dem 108. Vers des Sure Yusuf hervorgeht, ist der Gesandte derjenige, der die Einladung überbringt. Er lädt zu Allah ein. Der erhabene Allah gebietet in al-Imran 132 wie folgt:

al-Imrān-132 Und gehorcht Allah und dem Gesandten, es sei zu hoffen dass ihr dadurch Barmherzigkeit erlangt.

Der Ausdruck „Gehorcht Allah“ im Vers bedeutet, dass der Gesandte zum Wesen des erhabenen Allahs ruft. Wer gehorcht, ist derjenige, der der Einladung Allahs Folgen leistet. Der Gesandte verkündet den Menschen ständig die Bekehrung und spricht: „Oh ihr Menschen, sagt später nicht, dass ihr nichts davon gewusst habt. Wünscht euch die Rückkehr zu Allah. Wenn ihr es wünscht, ist dies für euch eine frohe Botschaft vom Paradies. Wenn ihr es nicht wünscht, dann wird der Ort, an den ihr gehen werdet, die Hölle sein.“

Die Menschen, die diese Verkündung empfangen, lassen sich in vier Gruppen einteilen.

Zur ersten Gruppe gehören diejenigen, die der Verkündung gleichgültig gegenüberstehen. Obwohl sie die Einladung erhalten haben, zeigen sie wegen der Verlockungen des weltlichen Lebens kein Interesse. Allah, der Erhabene, legt denen, die der Einladung Seines Gesandten, den Er aus Seiner Gegenwart gesandt hat, gleichgültig gegenüberstehen, Hindernisse auf ihre Sinne.

Zur zweiten Gruppe gehören diejenigen, die sich aufgrund falscher Auslegungen dem Gesandten widersetzen und ihn verleugnen. Allah legt ihnen Hindernisse auf ihre Glieder. Eine Person, die Hindernisse auf ihren Sinnen und Gliedern hat, ist gemäß den Versen Allahs taub, stumm und blind. Das heißt, diese Person ist taub. Sie hört die Verse Allahs nicht. Sie ist stumm. Sie spricht nicht über die Verse Allahs. Sie ist blind. Sie sieht die Stufe des heiligen Lehrers definitiv nicht.

Zur dritten Gruppe gehören diejenigen, die den Gesandten bekämpfen, nachdem sie die Verkündung empfangen haben. Im Koran werden sie als Menschen beschrieben, die Unruhe auf der Erde stiften. Allah, der Erhabene, versiegelt ihre Herzen. Wer ein versiegeltes Herz hat, wird von Allah nicht auserwählt. Das heißt, wenn das Herz versiegelt ist, ist dieser Person der Weg zur Errettung verschlossen. Selbst wenn die Verkündung sie erreicht, wünschen sich diejenigen, deren Herzen versiegelt sind, die Rückkehr zu Allah nicht. Darüber hinaus hetzen sie die Menschen gegen den Gesandten auf, der sie einlädt, und hindern somit andere an der Bekehrung. Zu dieser Gruppe gehören heute die Imame, die ins Feuer rufen.

Der erhabene Allah gebietet:

an-Nūr-54 Sprich: “Gehorcht Allah und dem Gesandten. Wenn ihr von nun an abkehren (nicht gehorchen) solltet, so ist das (die Verantwortung), was auf ihn (den Gesandten) fällt, nur das, was ihm aufgeladen wird (die Verkündung).“ Und was auf euch fällt (die Verantwortung), ist das, was euch aufgeladen wird. Und wenn ihr ihm gehorcht, werdet ihr die Bekehrung erreichen. Auf dem Gesandten liegt (keine andere Verantwortung) nichts anderes, außer offenkundig zu verkünden.

Als der Gesandte Allahs (Friede und Segen seien auf ihm) sprach: „Außer den Verharrenden wird meine gesamte Gemeinschaft ins Paradies eingehen“, fragten sie: „O Gesandter Allahs, wer sind die Verharrenden?“ Da sprach unser Prophet, der Sultan der Propheten (Friede und Segen seien auf ihm): „Wer mir gehorcht, der geht ins Paradies ein. Wer sich mir aber widersetzt, der gehört zu den Verharrenden.“ (Bukhari, İ’tisâm, 2.)

Aus der edlen Überlieferung geht hervor, dass diejenigen, die der Einladung des Gesandten nicht folgen, zugleich diejenigen sind, die ihm nicht gehorchen. Wer dem Gesandten Allahs nicht gehorcht, gehorcht somit auch nicht Allah. Für ihn ist die Hölle bestimmt, in der er ewig bleiben wird.

Zur vierten Gruppe gehören diejenigen, die Allah und seinem Gesandten gehorchen.

Die vierte Gruppe besteht aus den Auserwählten, die ständig mit Unheil geprüft werden. Dieses Unheil ist gewissermaßen eine Ermahnung Allahs, aus der wir Lehren ziehen sollen. Unter den Auserwählten gibt es einige, die diese Schönheit erkennen. Selbst wenn sie von einem Unheil heimgesucht werden, sagen sie: „Ich bin für Allah.“ Wenn eine solche Person die Verkündung erhält, wünscht sie sich die Rückkehr zu Allah. Sobald sie sich die Rückkehr zu Allah wünscht, wirkt der erhabene Allah mit Seinem Namen „der geistlich Barmherzige” (Rahim) auf sie. Das bedeutet, dass diese Person nun die Barmherzigkeit empfängt.

al-Imrān-132 Und gehorcht Allah und dem Gesandten, es sei zu hoffen dass ihr dadurch Barmherzigkeit erlangt.

Wer der Einladung folgt und sich die Rückkehr zu Allah wünscht, gehorcht im Grunde Allah. Da es der Gesandte ist, der diese Einladung überbringt, gehorcht man zugleich auch ihm. Es ist ohnehin ausgeschlossen, dass jemand, der sich die Rückkehr zu Allah wünscht, der Verkündung des Gesandten nicht Folge leistet. Wir erkennen außerdem, dass dieser Mensch, selbst wenn er mit Unheil geprüft wird, gewiss sagt: „Ich bin für Allah“, und sich die Rückkehr zu Ihm wünscht. Allah, der Erhabene, befiehlt uns, Seiner Einladung zu folgen. Der einzige Weg zur Errettung ist, sich Seinem Gebot zu unterwerfen.

Wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, ist der festen Überzeugung, 

dass mit dem Tod der Geist aller Menschen zu Allah zurückzukehren wird. Über dieses Thema spricht der erhabene Allah wie folgt:

al-Baqara-156: Sie sind diejenigen , die, wenn sie ein Unheil trifft, sagen: “Wahrlich, wir sind für Allah (wir sind dafür erschaffen, um zu ihm zurückzukehren und um uns zu ergeben) und wahrlich zu Ihm kehren wir zurück (Ihn erreichen wir)”.

al-Baqara-46: Sie ( die Besitzer der Ehrfurcht) sind diejenigen welche zweifellos daran glauben dass sie mit Sicherheit(im irdischen Leben) zu ihrem Herrn umkehren und das sie ( am Ende mit dem Tod) zu ihm zurückkehren werden.

Diese Person ist sich sicher, dass der erhabene Allah sie gemäß dem 13. Vers der Sure asch-Schura, zu ihrem heiligen Lehrer und durch diesen zu Sich selbst führen wird, wenn sie sich zu Lebzeiten aus freiem Willen die Rückkehr zu Allah wünscht.

asch-Schūrā-13: (Allah) hat in der Religion, (das Gesetz) was Er hiermit dem ehrenwerten Noah vermacht (als Gebot auferlegt) hat: „Haltet die Religion aufrecht (am Leben) und spaltet euch darin nicht in Gruppen auf“, dem ehrenwerten Abraham, ehrenwerten Moses und ehrenwerten Jesus als Gebot auferlegt und auch Dir offenbarend, auch euch zum Gesetzt gemacht. Den Beigesellern ist das, wozu du sie eingeladen hast (sich die Rückkehr zu Allah zu wünschen), schwer gefallen. Allah auserwählt denjenigen, den Er wünscht und führt denjenigen zu sich, der sich Ihm zuwendet (führt dessen Geist zu Lebzeiten zu Sich).

Wie wir bis hierher sehen, ist das Entscheidende, dass ein Mensch zunächst von Allah auserwählt wird. Tatsächlich werden mehr als 90 % der Menschen auserwählt. Doch leider sind es weniger als 10 % dieser Auserwählten, die sich zu Lebzeiten die Rückkehr zu Allah wünschen. Die große Bedeutung dieses Wunsches liegt zweifellos darin, dass Allah, der Erhabene, dem Menschen einen Geist gegeben hat, den Er keinem anderen gegeben hat. Im 72. Vers der Sure al-Ahzāb sagt Allah, der Erhabene wie folgt:

al-Ahzāb-72: Wahrlich, Wir haben das Anvertraute, den Himmeln, den Erden und den Bergen angeboten. Sie haben sich davor gescheut es auf sich zu nehmen und haben sie sich davor gefürchtet. Nur der Mensch hat es aufgenommen. Wahrlich, sie (die Seele), ist sehr erbarmungslos und sehr unwissend.

Der Geist, den Allah uns eingehaucht hat, ist Sein Geist. Er ist ein Anvertrautes, das nur dem Menschen gegeben wurde. Aufgrund dieses Geistes ist der Mensch das edelste aller Geschöpfe, und Allah befahl sich vor ihm niederzuwerfen. In diesem Zusammenhang sagt Allah, der Erhabene, folgendes:

al-Hidschr-28 Und dein Herr sprach wie folgt zu den Engeln: „Ich werde gewiss einen Menschen aus Erde (die eine standardisierte menschliche Form bekommen hat, welche sich einer biologischen Transformation unterzogen hat) erschaffen.

al-Hidschr-29 Wenn ich ihn geformt und und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe, dann werft euch sofort nieder auf den Boden.

Die Worte des erhabenen Allahs in Seinem edlen Vers an die Engel: „Ich werde einen Menschen erschaffen“, beziehen sich auf unseren physischen Körper. Die Aussage „Ich werde ihn mit einer Seele ausstatten“ weist auf unsere Seele hin. Betrachtet man die folgende Aussage „Wenn ich ihm von meinem Geist eingehaucht habe, dann werft euch vor ihm nieder“, so wird deutlich, dass Allah den Engeln und den Dschinn befahl, sich vor Adam (Friede sei mit ihm) niederzuwerfen, weil Allah ihm Seinen Geist eingehaucht hatte. Im Grunde bedeutet dies, dass sich die Engel und die Dschinn vor dem Geist Allahs niedergeworfen haben. Doch da der Teufel (Iblis) diese Wahrheit nicht erkannte, sprach er, als er den Befehl zur Niederwerfung erhielt: „Du hast mich aus Feuer erschaffen und ihn aus Lehm. Ich werde mich nicht vor ihm niederwerfen.“

Der Mensch ist ein Geschöpf, das mit drei Körpern und einem freien Willen erschaffen wurde. Er kann den Wünschen seines physischen Körpers, seiner Seele oder seines Geistes folgen. Während die Wünsche von Körper und Seele sehr unterschiedlich sein können, hat der Geist nur einen einzigen Wunsch. Er ist der Geist Allahs und uns von Ihm anvertraut. Der erhabene Allah befiehlt uns, den Geist, den Er uns anvertraut hat, noch zu Lebzeiten zu Ihm zurückzuführen. Auch unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) hat mit der edlen Überlieferung „Sterbt, bevor ihr sterbt“ auf die Rückkehr des Geistes vor dem Tod hingewiesen.

Der Geist hat außer Allahs Wesen weder mit dem Paradies, noch mit der Hölle, noch mit der Welt irgendeine Beziehung oder ein Verlangen. Er wünscht sich einzig und allein Allah.

In dieser Hinsicht ist das Einzige, was den Menschen gegenüber dem Teufel und seiner eigenen Seele siegreich macht, dem Wunsch des Geistes zu folgen und sich die Rückkehr zu Allah zu wünschen. Dieser Wunsch muss von Herzen kommen. Natürlich kann er auch mit Worten ausgesprochen werden, das ist jedoch nicht zwingend nötig. Wenn man ihn aber nur mit Worten äußert, ist er vor Allah nicht gültig. Entscheidend ist, dass er im Herzen verankert ist. Deshalb hat die zweite Stufe der islamischen Skala eine so entscheidende Bedeutung, denn hier entsteht im Herzen des Menschen entweder der Wunsch, zu Allah zurückzukehren, oder eben nicht.

Obwohl der Imam seit Jahren fortlaufend mit der von Allah empfangenen Lehre warnt und verkündet: „O ihr Menschen! Wünscht euch die Rückkehr zu Allah! Wenn ihr es euch wünscht, ist dies die frohe Botschaft des Paradieses. Wenn ihr es nicht wünscht, wird euer Ziel die Hölle sein“, wenden sich viele Menschen, die diese Botschaft hören, an ihre Religionslehrer. Doch die Religionslehrer urteilen, ohne die Sache überhaupt zu prüfen, und sagen: „Nein, er erläutert diese Verse nach seinem eigenen Verständnis. Das ist falsch.“ Daran erkennen wir, dass diese Menschen sich selbst die Rückkehr zu Allah nicht gewünscht haben. Indem sie so handeln, halten sie auch andere davon ab, es zu wünschen. Deshalb liegt eine schwere Schuld auf ihnen. Im edlen Koran hat der erhabene Allah viele Eigenschaften dieser Menschen beschrieben. Diese Menschen sind:

die, auf denen Allahs Fluch liegt,

die, die Unheil auf der Erde stiften,

deren Herzen versiegelt sind,

die, die die Verse Allahs verleugnen,

deren Taten vergeblich sind,

die, die die zweite Stufe der 28-stufigen Leiter des Islams nicht überschreiten können,

und die, die vom erhabenen Allah nicht auserwählt wurden.

Der erhabene Allah gebietet:

al-Qasas-41 Und wir haben sie zu Imamen (Führern) gemacht, die zum Feuer einladen. Und am Tag des jüngsten Gerichts wird ihnen nicht geholfen werden.

al-Qasas-42 Und Wir ließen ihnen in dieser Welt einen Fluch folgen. Und am Tag des jüngsten Gerichts werden sie von denjenigen sein, die (von Allahs Barmherzigkeit) fern gehalten werden.

at-Tauba-32: (Sie) wollen Allahs Licht mit ihren Mündern auslöschen. Und Allah möchte nichts anderes als sein Licht vollenden, auch wenn es die Leugner als etwas abscheuliches wahrnehmen.

at-Tauba-33: Auch wenn die Beigeseller seinen Gesandten als etwas abscheuliches wahrnehmen, ist Er es, der ihn gesandt hat, damit er mit Bekehrung und der wahren Religion (um zu beweisen, dass es die wahre Religion ist), allen Religionen (diese Religion) verkündet.

Abu Huzayfa (möge Allah mit ihm zufrieden sein) überliefert:

„Unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Es wird (in der Endzeit) Einladende geben, die zu den Toren der Hölle einladen, und wer ihnen folgt, wird in die Hölle geworfen.“ Ich fragte: „O Gesandter Allahs! Beschreibe sie uns.“ Er antwortete: „Sie sind solche Menschen, deren äußere Erscheinung unserer gleicht und die in unserer Sprache sprechen.“ Ich fragte: „O Gesandter Allahs! Wenn ich auf sie treffe, was befiehlst du mir dann?“Er sagte: „Klammere dich an den Imam der Muslime und an ihre Gemeinschaft. Wenn es keine Gemeinschaft und keinen Imam der Muslime gibt, entferne dich von allen Gruppen, selbst wenn du (vor Hunger) soweit bist, dass du die Wurzel eines Baumes beißen müsstest; (schließt euch ihnen nicht an). Handle so bis dein Tod kommt.“ (Q: İbn-i mace; fiten-3969; Buharî, Fiten, 11, hadis no: 6673, Müslim, İmare, hadis no: 1847.)

Wer dem Einladenden Allahs nicht folgt, sondern denen Beachtung schenkt, die auf Erden Unheil stiften, kann die Bekehrung nicht erlangen. Unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) warnt uns vor dieser Gefahr und sagt:

„Die Person folgt der Religion ihres Freundes. Deshalb soll jeder von euch darauf achten, mit wem er Freundschaft schließt.“ (Ebû Dâvûd, Adab 16; Tirmidhî, Zuhd 45)

„Wer einen Ort einengt, einen Weg versperrt (oder einem Gläubigen Leid zufügt) dessen Kampf (Dschihad) wird nicht angenommen.“ (Q: Abu Dawud, Jihad, 88/2629; Ahmed, III, 441.)

„Wer nach einer unwissend erteilten Rechtsauskunft (Fatwa) handelt, dessen Sünde lastet auf demjenigen, der diese Rechtsauskunft erteilt hat.“ (Q: Ebû Davûd, İlim, 8.)

„In der Endzeit werden Menschen erscheinen, die ihre Religion für weltliche Zwecke missbrauchen werden. Um sanft zu erscheinen, werden sie sich mit Schafsfellen kleiden. Ihre Worte sind süßer als Zucker, doch ihre Herzen sind wie die eines Wolfes.“ (Q: Tirmidhi, Zühd, 59, Hadith-Nr. 2404)

Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), sagte in einer anderen Überlieferung:

„O mein Herr, ich suche Zuflucht bei Dir vor nutzlosem Wissen, vor Taten, die nicht zur Erhöhung führen, und vor Gebeten, die nicht erhört werden.“(K: Ebû Dâvûd, 2/192, Hadith-Nr. 1548; Câmiʿu’s-Sağîr, Nr. 1490)

In dieser Überlieferung sind folgende Hauptbegriffe enthalten:

Nutzloses Wissen 

Die Tat, die nicht erhöht.

Das Gebet, das nicht erhört wird.