Nur durch den Glauben kann der Mensch tatsächlich zum Menschen werden.
Nur durch den Glauben kann der Mensch tatsächlich zum Menschen werden.
Said Nursi beschreibt den Glauben in seinem Werk „Die Worte” wie folgt: „Der Glaube macht den Menschen zum Menschen; ja, er kann ihn sogar zum Sultan machen.” Demnach ist zwar jeder von Anfang an als Mensch erschaffen, doch erst durch den Glauben ist es möglich, das er tatsächlich zum Menschen wird. Hat er diesen nicht, so ist er, obwohl als Mensch erschaffen, nach dem edlen Koran wie ein Tier, ja sogar noch niedriger als sie.
Damit die Seele Glauben erlangen kann, muss sie sich die Rückkehr zu Allah wünschen. Damit auch der physische Körper davon befreit wird, dem Teufel zu dienen, muss sich der Mensch ebenfalls die Rückkehr zu Allah wünschen. Das ehrenvollste Geschöpf, der Mensch, besitzt drei Körper und einen freien Willen. Einer dieser Körper gehört uns nicht. Der Geist wurde uns anvertraut und ist Allahs Geist. Wenn der Geist Allah gehört, uns nur anvertraut wurde und wir dem Wunsch des Anvertrauten folgen müssen, dann ist es unsere Pflicht, den Geist zu Allah zurückzuführen.
Wenn der Geist zum Wesen Allahs zurückkehrt, wird der physische Körper zum Anvertrauten. Die Seele bleibt jedoch weiterhin gefangen. Ergibt sich der physische Körper Allah, so wird auch die Seele zum Anvertrauten. Ergibt sich die Seele Allah, so wird der Wille zum Anvertrauten. Und wer auch immer sich die Rückkehr zu Allah wünscht, folgt dem Wunsch des Anvertrauten. In diesem Zusammenhang spricht der erhabene Allah wie folgt:
An-Nisa-58: Wahrlich, Allah befiehlt, dass ihr die Anvertrauten Dinge an seinen Besitzer übergibt und wenn ihr unter den Menschen richtet, mit Gerechtigkeit urteilt. Wahrlich, wie schön euch Allah (damit) ermahnt. Und wahrlich Allah ist der am besten Hörende, am besten Sehende.
al-Mu'minūn-8 Und es sind solche, die die Anvertrauten und ihre Aahd-Eide wahren (treu sind, sie einhalten).
al-Ma'āridsch-32 Und sie sind jene, die ihre Ahd Eiden und ihre Anvertrauten wahren.
al-Ma'āridsch-33 Und sie sind jene, die in ihrem Zeugnis standhaft bleiben (die ihr Zeugnis fortsetzen).
Der erhabene Allah hat im Menschen ein Gleichgewicht zwischen Geist und Seele geschaffen. Der physische Körper ist der Aufenthaltsort von Seele und Geist. Der Geist gehorcht von A bis Z zu hundert Prozent den Geboten Allahs und begeht keine der von Ihm verbotenen Handlungen. Die Seele stellt das komplette Gegenteil dar. Sie lehnt sich gegen sämtliche Gebote Allahs auf und begeht gewiss Handlungen, die von Allah verboten wurden.
Die Gesandten Allahs, die mit den Gesetzesbüchern aus Seiner Gegenwart gesandt wurden, verkünden die Bekehrung und rufen uns dazu auf, unseren Willen in die richtige Richtung zu lenken. Die Bekehrungseinladung wird ausgesprochen und richtet sich an den Menschen mit freiem Willen. Wenn ein Mensch sich mit seinem freien Willen für die Bekehrung entscheidet, verspricht der erhabene Allah, seinen Geist zu Sich zurückzuführen. Kehrt der Geist zum Wesen Allahs zurück, stellt unser Herr das Gleichgewicht wieder her. Während Er unseren Geist auf seiner Reise zu Sich zurückführt, reinigt Er zugleich unsere Seele in sieben Stufen. Im physischen Körper bleibt dann nur noch die Seele zurück. Doch ihr geistliches Herz besteht zu 51 % aus Licht und zu 49 % aus Dunkelheit. Das heißt, dass aus den 51 % Licht positive Wünsche an den Verstand gelangen, der als Befehlshaber des Verstandes gilt. Aus den 49 % Dunkelheit hingegen erreichen ihn unter dem Einfluss des Teufels negative Wünsche. Der Verstand folgt also entweder den Wünschen aus dem Licht oder den Wünschen aus der Dunkelheit.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), sprach in diesem Zusammenhang wie folgt:
„Der kluge Mensch ist derjenige, der sein Seele beherrscht und für das Jenseits arbeitet. Der schwache Mensch hingegen folgt den Wünschen und Begierden seiner Seele und hofft dennoch weiterhin auf das Gute von Allah.“ (Q:Tirmizî, Sıfatü’l-Kıyâme, 25)
Der erhabene Allah möchte, dass wir nach der Teilreinigung Tag für Tag den größten Kampf gegen den Teufel und unsere Seele fortführen und unsere Preisungen vermehren. Der äußere Feind, der Teufel, wirkt zu hundert Prozent auf die 49 % Dunkelheit im geistlichen Herzen unserer Seele. Der Kampf gegen die menschlichen Teufel ist der kleine Kampf, doch der Kampf gegen unsere Seele ist der größte Kampf. Um den größten Kampf zu gewinnen, müssen wir sowohl gegen unsere Seele als auch gegen den äußeren Feind, den Teufel, mit aller Kraft kämpfen. Das schönste Vorbild für uns ist daher der Sultan der Propheten, unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), und das Leben seiner Weggefährten.
Gehört der Wunsch, dem Anvertrauten zu folgen, heute zur praktischen Ausübung der fünf Säulen des Islams? Nein. Gehört die Treue zum Gelübde zu den fünf Säulen des Islam? Nein. In der Praxis gibt es nur die fünf Säulen. Da der Wunsch, zu Allah zurückzukehren, darin nicht vorkommt, kann niemand allein durch die fünf Säulen seinen Geist zum Wesen Allahs zurückführen. Weil in den fünf Säulen des Islams weder die Preisung noch die Teilreinigung der Seele enthalten sind, kann niemand allein durch sie seinen physischen Körper Allah ergeben. Und weil weder die Bindung an den heiligen Lehrer noch die Preisung enthalten sind, kann niemand durch die fünf Säulen des Islams seine Seele Allah ergeben.
All das führt zu einem Ergebnis: Wenn wir dem Wunsch des Anvertrauten folgen, müssen wir uns ausnahmslos die Rückkehr zu Allah wünschen. Wenn wir dem Gelübde treu bleiben wollen, müssen wir uns unbedingt an den heiligen Lehrer binden, den Allah für uns bestimmt hat. Allah nicht zu verraten bedeutet, das Anvertraute an Allah zurückzugeben. Den Gesandten nicht zu verraten bedeutet, den physischen Körper vollständig den Befehlen des Gesandten Allahs zu widmen und seine Gebote von A bis Z zu erfüllen. Wenn wir in diesem Rahmen unseren Teil erfüllen, wird Allah den Seinen erfüllen, denn Er ist allmächtig.
In einer edlen Überlieferung sprach unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm):
„Wer einen Ort einengt, einen Weg versperrt (oder einem Gläubigen Leid zufügt) dessen Kampf (Dschihad) wird nicht angenommen.(Q: Ebû Dâvûd, Cihâd, 88/2629; Ahmed, III, 441.)“
Daraus folgt, dass zwischen den Versen Allahs und den Überlieferungen des Gesandten Allahs ein vollständiger Zusammenhang besteht. Es steht niemandem zu, dem Koran etwas hinzuzufügen oder daraus etwas zu entfernen. Denn gemäß al-Hidschr 9, steht der Koran unter dem Schutz Allahs. Bei den Überlieferungen ist es jedoch anders. Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Eines Tages werden meine Überlieferungen zum Gegenstand von Diskussionen werden. Schaut in solchen Tagen in den Koran.“ Dementsprechend lässt sich die Authentizität einer Überlieferung nur anhand seiner Übereinstimmung mit dem Koran beurteilen.
Der Sultan der Propheten, unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sprach:
„Die Wurzel allen Übels ist die Liebe zur Welt.“ (Q: Ibn Ebid-Dunya und Bayhaki, Ihya-Ulumi'd-Din, Ghazali, Bd.3, S.454.)
Wie in dieser edlen Überlieferung gesagt wird, haben sich die Menschen in die Welt verliebt und dabei Allah völlig vergessen.
Der erhabene Allah befiehlt:
al-Baqara-201: Und wer von denen (den Menschen) sagt: „Unser Herr gebe uns auf der Welt Güte (Schönes und Gutes) und gebe uns auch im ewigen Leben Güte (Schönes und Gutes). Beschütze uns vor der Pein der Flammen“.
al-Baqara-202: Eben diese sind diejenigen, für die es einen Anteil an dem, was sie verdient haben, geben wird (aufgrund der Punkte, die sie verdient haben). Und Allah ist schnell im abrechnen.
Der erhabene Allah hat alle mit der Veranlagung zur Ergebung erschaffen und die Hanif-Religion erwählt, damit alle sowohl die Glückseligkeit im Jenseits als auch die Glückseligkeit in dieser Welt erlangen. Alle Grundlagen und Einzelheiten dieser Religion hat Er im Koran niedergelegt, den uns der Sultan der Propheten, unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), hinterlassen hat.
Alle schlechten Taten gehen von Menschen aus, die einen freien Willen besitzen. Alle Wünsche, die aus den 19 Lastern im geistlichen Herzen der Seele entstehen, sind auf das Diesseits gerichtet. Denn die Seele strebt insgesamt immer nach dem Diesseits. Stellt man die edle Überlieferung „Die Wurzel allen Übels ist die Liebe zur Welt“ neben die Verse 7 und 8 der Sure Yunus, wird deutlich, dass das Böse aus der Seele des Menschen hervorgeht.
Yūnus-7: Wahrlich wünschen sie sich nicht, zu Uns zurückzukehren (zu Lebzeiten ihren Geist zu Allah zu führen). Sie haben sich mit dem irdischen Leben zufriedengegeben und darin Erfüllung gefunden und sie sind es, die ahnungslos gegenüber Unseren Versen sind.
Yūnus-8: Ihre Wohnstätte ist, aufgrund ihrer erworbenen (Punkte), das Feuer (die Hölle).
Der erhabene Allah hat uns die Wahl überlassen. Zweifellos liegt sein Wohlgefallen darin, dass wir uns die Rückkehr zu Allah wünschen. Doch der Mensch besitzt einen freien Willen. Wenn jemand dies nicht möchte, zwingt Allah ihn nicht dazu, denn in der Religion gibt es keinen Zwang.
al-Baqara-256: In der Religion gibt es keinen Zwang. Der Weg zur vollkommenen Reifung (Irschad) (der Bekehrungsweg, der Weg der zu Allah führt) ist in Erscheinung getreten und hat sich offenkundig vom Weg der Finsternis (vom Weg der zum Teufel, zur Hölle führt) abgespalten. Wer nun den Tagut (den Teufel und den Weg der zum Teufel führt) leugnet und an Allah glaubt (der wird zum Gläubigen, wenn er den Weg, der zu Allah führt auswählt), und klammert sich somit an den sicheren Halt( festen Griff, an die Hand des heiligen Lehrers ), welcher sich unmöglich (von Allah) lösen kann. Allah ist Allhörend, Allwissend.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sprach wie folgt:
„Der erhabene Allah ließ Seinen Diener die Wahl zwischen der Welt und der Rückkehr zu Ihm. Und der Diener, der das Paradies ersehnte, wählte die Rückkehr zu Ihm.“ ( Q: Camiu’s-Sağir.)
In at-Tauba 24 beschreibt der erhabene Allah, was das Leben dieser Welt umfasst.
at-Tauba-24 Sprich: „Wartet bis Allah Seinen Befehl erfüllt hat, falls eure Väter und Söhne und Geschwister und Ehefrauen und Stämme und eure Besitztümer, die ihr verdient habt, der Handel, vor dessen Ausbleiben ihr Angst habt (dessen Verkauf stocken könnte), und die Häuser, mit denen ihr zufrieden seid (die euch gefallen), für euch noch liebenswerter sind als Allah, Seinem Gesandter und die Auseinandersetzung (Cihad) auf Seinem (Allahs) Weg. Und Allah führt das Volk (die Gemeinschaft) der Frevler nicht zur Bekehrung“.
Zum Leben in dieser Welt gehören Kinder, Besitz, Ehepartner, Geschwister, Handel und Ähnliches. Der erhabene Allah sagt klar und deutlich, dass ein Mensch die Bekehrung nicht erlangen kann, wenn ihm das Leben in dieser Welt lieber ist als Allah und Sein Gesandter. In Al Imran 14, sagt Allah, der Erhabene, ebenfalls:
al-Imrān-14: Den Menschen wurde ihre Wollust (Fimmel) schön gezeigt, die sich aus Liebe zu „Frauen, Söhnen, Gold und Silber Waage um Waage angehäuft, Zuchtpferden, Tieren und Saatgut“ bildet. Das sind die Interessen des irdischen Lebens. Und Allah ist, bei sich der schönste Zufluchtsort.
Der Friede und die Glückseligkeit, dem die Menschen ein Leben lang nachjagen, liegen also nicht in den Gütern dieser Welt, sondern in der Hanif-Religion, die Allah für uns auserwählt hat. Am Ende des 28-stufigen Weges, der die Hanif-Religion bildet, steht das Wesen Allahs. Von den Menschen auf der zweiten Stufe gelangen nur jene zu ununterbrochener Glückseligkeit, die den Weg zu Allah einschlagen und sich die Rückkehr zu Allah wünschen.
Der Grund, warum unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Wurzel allen Übels ist die Liebe zur Welt“, liegt darin, dass diejenigen, die das irdische Leben bevorzugen, den Begierden ihrer Seele folgen. Allah, der Erhabene, gibt das irdische Leben dem, der es möchte. Doch wer das Diesseits begehrt, hat keinen Anteil am Jenseits und wird in die Hölle kommen. Wer sich aber die Rückkehr zu Allah wünscht, den führt der erhabene Allah in beiden Welten zu Frieden und zur Glückseligkeit.
al-Baqara-200: Nun preist Allah, wenn ihr somit die Gebete (und die Regeln bezüglich der Pilgerfahrt) vollendet habt, so wie ihr eure Vorfahren gepriesen habt, aber mit einer noch kräftigeren Preisung. Aber wer von den Menschen sagt: „Unser Herr gib uns auf der Erde.“ Für die gibt es keinen Anteil im ewigen Leben.
al-Baqara-201: Und wer von denen (den Menschen) sagt: „Unser Herr gebe uns auf der Welt Güte (Schönes und Gutes) und gebe uns auch im ewigen Leben Güte (Schönes und Gutes). Beschütze uns vor der Pein der Flammen“.
al-Baqara-202: Eben diese sind diejenigen, für die es einen Anteil an dem, was sie verdient haben, geben wird (aufgrund der Punkte, die sie verdient haben). Und Allah ist schnell im abrechnen.
at-Tauba-23 O ihr wahren Gläubigen! Nehmt eure Väter und eure Geschwister nicht zu Freunden, wenn sie die Leugnung gegenüber dem Glauben bevorzugen ,diesen über den Glauben halten. Und wer von euch zu ihnen zurückkehrt, eben diese sind die Ungerechten.
Wenn sich eine Person die Rückkehr zu Allah wünscht, dann bedeckt der erhabene Allah ihre Sünden. Die verbleibenden Verdienste sichern ihr das Paradies. Wer sich die Rückkehr zu Allah jedoch nicht wünscht, dessen Verdienste werden von Allah zunichte gemacht, sie erlöschen. Aufgrund der verbleibenden Sünden wird er zweifellos in die Hölle gelangen. Über diese Menschen, die sich die Rückkehr zu Allah nicht wünschen und mit dem Leben in dieser Welt zufrieden sind, sagt der erhabene Allah in Munāfiqūn 3 wie folgt:
al-Munāfiqūn-3 Dies ist, weil sie (erst) wahre Gläubige waren (sie erreichten die Bekehrung, indem sie sich die Rückkehr zu Allah gewünscht haben und nachdem sie ihre Geister zu Allah geführt haben), dann der Leugnung verfallen sind. Aus diesem Grunde wurden ihr Herzen versiegelt(verschlossen).Nun können sie nicht mehr erkennen (verstehen).
Wenn eine Person ihren Geist zu Allah zurückgeführt hat, indem sie sich die Rückkehr zu Allah wünschte, ihre Preisung aber nicht vermehrt und sich mit dem Leben dieser Welt zufriedengibt, beginnt sie zu degenerieren. Daraufhin meidet sie die Dienste und Gebete auf Allahs Weg. Steigert sie jedoch an dem Punkt, an dem ihr Geist zu Allah zurückgekehrt ist, ihre Preisung mit Eifer, erhält sie Allahs Hilfe und schreitet weiter voran. Wenn ein bekehrter Heiliger in den Frevel zurückfällt, liegt das daran, dass er das irdische Leben mehr schätzt als das Jenseits. In Sure an-Nahl, Vers 107, sagt der erhabene Allah, dass die eigentliche Ursache für den Rückfall in den Frevel darin liegt, das irdische Leben mehr zu lieben als das Jenseits.
an-Nahl-107 Eben dies geschieht deswegen, weil sie das irdische Leben mehr lieben als das Leben im Jenseits und weil Allah das Volk der Leugner nicht zur Bekehrung führt.
Auf der 28-stufigen Leiter des Islams ist derjenige, der sich die Rückkehr zu Allah wünscht, jemand, der Allah mag. Wer sich an seinen heiligen Lehrer bindet, liebt Allah. Wenn er seinen Geist und seinen physischen Körper Allah ergibt, liebt er Ihn weiterhin. Wer jedoch die permanente Preisung erreicht, liebt Allah über alles. Wer darüber hinaus das Jenseits der Weisheit erlangt, seinen Willen ergibt und von Allah beauftragt und ermächtigt wird, die Menschen auf dem Weg zur vollkommenen Reifung zu führen, ist schließlich jemand, der Allah bewundert. Um zu denjenigen zu gehören, die Allah bewundern, muss man die sieben Phasen und vier Ebenen der Ergebung durchlaufen und sich in vollständiger Ergebung (teslim-i külli) Allah ergeben.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte in einer edlen Überlieferung, dass die Wurzel allen Übels die Liebe zur Welt ist. Deshalb müssen wir die Wünsche unserer Seele unbedingt auf Allah ausrichten.
In einer anderen Überlieferung äußerte sich unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) ebenfalls wie folgt:
„Die Hölle ist von Dingen umgeben, die der Seele gefallen, während das Paradies von Dingen umgeben ist, die die Seele nicht mag.“ (Q: Buhârî, Rikâk, 28; Müslim, Cennet, 1. Ayrıca bkz. Ebû Dâvûd, Sünnet, 22; Tirmizi, Cennet, 21; Nesâî, Eymân, 3.)
Unser Prophet, der ehrenwerte Mohammed Mustafa (Frieden und Segen seien auf ihm) erwähnte:
„Allah nimmt das Wissen nicht weg, indem Er es den Menschen entreißt. Im Gegenteil, er nimmt das Wissen weg, indem er den Gelehrten, das Leben nimmt. Dann wird es unter ihnen keine Gelehrten mehr geben. Die Menschen werden die Unwissenden als Führer nehmen. Sie werden ihnen Fragen stellen und sie werden ohne Wissen Urteile fällen. So führen sie sich selbst und andere in die Irre.“ (Q: Abdullah b.Amr b. el-As (R.A).
Dieser edle Überlieferung muss besondere Beachtung geschenkt werden. Der Koran ist das Wissen Allahs. Unser Prophet, der ehrenwerte Mohammed Mustafa (Friede und Segen seien auf ihm) hat die gesamte Menschheit mit dem Koran zu Allah eingeladen. Er selbst hat vor 14 Jahrhunderten mit seinen Weggefährten den Koran mit all seinen 28 Stufen, sieben Phasen und vier Ebenen der Ergebung vollständig gelebt. Heute, 14 Jahrhunderte später, sind handgeschriebene Bücher von Menschen an die Stelle des Korans getreten. Viele Menschen bleiben ihr ganzes Leben lang auf der zweiten Stufe stehen und verlieren sich im Dunkel nutzlosen Wissens. Wer nicht das Wissen Allahs besitzt, wird sich niemals die Rückkehr zu Allah wünschen. Deshalb werden sie sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits im Verlust sein. Zu dieser Thematik sagt der erhabene Allah Folgendes:
Yūnus-45: Und an jenem Tag wird Er (der erhabene Allah) sie versammeln (zusammen bringen), als hätten sie nur eine Stunde des Tages verweilt (sind nur eine Stunde geblieben). Sie werden einander erkennen (untereinander kennen lernen). Diejenigen, die die Rückkehr zu Allah (das Erreichen Allahs vor dem Tod) leugnen, sind im Verlust (haben ihre Seelen in den Verlust gestürzt). Und sind nicht jene geworden, die die Bekehrung erreicht haben (konnten ihre Geister vor dem Tod nicht zu Allah führen).
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) erwähnte in seiner edlen Überlieferung:
Er sprach: „Ich hinterlasse euch zwei Anvertrauungen: Das eine ist Allahs Buch (das Wissen), der edle Koran, und das andere ist meine Familie (die Schatzträger des Wissens, die Erläuterer des Korans, also die weisen Gelehrten).“ Indem er sprach: „Lasst euch nicht vom Feuer der Beigeseller erleuchten“, warnt er uns davor, jenen zu folgen, die uns vom Weg Allahs abhalten. (Q: Nesâi, Kitab: 48, bab 52.)
Daraus folgt, dass es für uns alle ein Gebot ist, den gesamten Koran in unser Leben zu integrieren. Doch leider ist die islamische Welt, wie unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sagte, durch Menschen ohne das Wissen Allahs ins Verderben geraten. Das Wissen und seine Schatzträger, die Erläuterer des Korans, sind untrennbar miteinander verbunden, wie Fleisch und Knochen. In einer edlen Überlieferung sagte unser Prophet, der ehrenwerte Mohammed Mustafa (Friede und Segen seien auf ihm): „Es wird eine Zeit kommen, in der Allah das Wissen von den Menschen nimmt.“ Um zu verstehen, was es mit dieser Zeit auf sich hat, genügt ein Blick in die Sure ad-Duchān. Der erhabene Allah sagt Folgendes:
ad-Duchān-10: Beobachte den Tag, an dem der Himmel einen deutlichen Rauch (die Zwietracht) herbeiführen wird.
Unser Prophet (Allahs Friede und Segen seien auf ihm) erhob seinen Kopf zum Himmel und blickte empor und als er ihn wieder senkte, sprach er:„Eben dies ist die Zeit, in der das Wissen den Menschen entzogen wird.“ Und als einer seiner Weggefährten fragte: „O Gesandter Allahs! Wir haben den Koran gelesen und lesen ihn weiterhin. Wir lehren ihn auch unseren Frauen und Kindern. Wie soll uns also dieses Wissen genommen werden?“ Antwortete der Prophet: „Seht ihr nicht die Juden mit der Thora und die Christen mit der Bibel? Sie lesen die Thora und die Bibel, doch was ist von dem geblieben, was sie in Händen halten?“
Der erhabene Allah sagt in diesem Zusammenhang wie folgt:
al-Dschum'a-5 Der Zustand derer, denen die Thora auferlegt wurde (denen die Gebote aus der Thora vorgelesen wurden) und die dann dem nicht gefolgt sind (die nicht danach gehandelt haben), gleicht dem Zustand eines Kamels, der Bänder von Büchern trägt. Wie schlimm ist der Zustand eines Volkes, welches die Verse Allahs ableugnet. Und Allah führt das Volk der Grausamen nicht zur Bekehrung.
Leider herrscht auch in der islamischen Welt heute dieselbe Verwirrung. Der Islam, der im Koran mit sieben Phasen und vier Ebenen der Ergebung beschrieben wird, ist aus der Praxis verschwunden. Die Religionslehrer wünschen sich die Rückkehr zu Allah nicht und hindern auch andere daran, sich dies zu wünschen.
Religionslehrer, die ahnungslos gegenüber den Versen Allahs sind und sich die Rückkehr zu Allah nicht wünschen, führen auch die Menschen, die von ihnen lernen, mit sich auf den Weg zur Hölle. Genau diesen Punkt hat der Gesandte Allahs (Friede und Segen seien auf ihm) in seiner edlen Überlieferung hervorgehoben.
Den Menschen wird das Wissen genommen, indem Allah das Leben der Gelehrten nimmt. Wo es keine weisen Gelehrten mehr gibt, beginnen Unwissende, Religion zu lehren. Sobald Allah das Leben eines Gelehrten nimmt, führen die Menschen abergläubische Praktiken ein, die dem Koran widersprechen. Vor Allah gilt nur der weise Gelehrte als wahrer Gelehrter. Woher wissen wir das? Unser Prophet, der ehrenwerte Mohammed Mustafa (Friede und Segen seien auf ihm) sagte in einer edlen Überlieferung: „Der Schlaf eines Gelehrten ist besser als die Anbetung eines Unwissenden.“
Wenn ein Unwissender also zwar betet, aber in Unwissenheit bleibt und sich die Rückkehr zu Allah nicht wünscht, dann haben seine Taten bei Allah keinen Wert. Ein Gelehrter hingegen preist Allah selbst im Schlaf. Dadurch gewinnt er jede Sekunde und jeden Augenblick 700 Punkte. Allerdings muss dieser Gelehrte jemand mit Weisheit sein. Das zeigt, dass das Wissen von einem weisen Gelehrten erlernt werden muss.
Der erhabene Allah hat alle Menschen, ob Frau oder Mann, mit der Veranlagung zur Ergebung erschaffen und für die gesamte Menschheit nur eine einzige Religion bestimmt: die Hanif-Religion. Ihre einzige Quelle ist der Koran. Im 151. Vers der Sure al-Baqara spricht der erhabene Allah die Weggefährten an und sagt:
al-Baqara-151: Letztendlich haben wir einen unter euch , aus euren (eigenen) Reihen (damit er den Dienst ausübt)einen Gesandten (Propheten) gesandt, welcher euch unsere Verse erläutert, indem er sie vorliest und (eure Seele*) euch teil reinigt (und vollkommen reinigt), euch das Buch (den edlen Koran) und die Weisheit lehrt und euch (über der Weisheit hinaus) das lehrt, was ihr nicht wisst.
Der Grund für die Entsendung des Gesandten wird im 48. Vers der Sure al-An'ām erläutert.
al-An'ām-48: Wir schicken die Gesandten für nichts anderes als, dass sie „Warner und Frohe Botschafter“ sind. Wer zu einem wahren Gläubigen wird (sich die Rückkehr zu Allah wünscht) und gereinigt wird (die Teil- und vollkommene Reinigung der Seele verrichtet), für diese wird es nun keine Furcht geben, sie werden auch nicht traurig sein.
Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), hebt in seiner edlen Überlieferung die Bedeutung des Gesandten Allahs wie folgt hervor:
„Meine Lage und die eure gleicht der eines Mannes, der versucht, die Motten und Insekten daran zu hindern, in das Feuer zu stürzen, dass er (in der Nacht) entzündete. Ich halte euch an euren Gürteln zurück, um euch vor dem Feuer zu bewahren, doch ihr reißt euch aus meiner Hand los und versucht, ins Feuer zu gehen.“ (Q: Müslim, Fedâil, 19.)
Wer sich die Rückkehr zu Allah nicht wünscht, den Versen gegenüber achtlos ist und sie leugnet, dessen Ziel wird die Hölle sein. Heute haben Religionslehrer den Wunsch, zu Allah zurückzukehren, jedoch aus der religiösen Praxis entfernt. Wenn das Wissen verschwindet, bedeutet das, dass die Unwissenheit die Oberhand gewinnt. In einer Zeit, in der das Wissen verschwindet, wird Zwietracht auftreten. Genau das ist mit der alles umfassenden Zwietracht gemeint. „Duhan” bedeutet eigentlich Rauch. Dieser Rauch steht jedoch für die Pein, die entsteht, weil die Menschen die Rückkehr zu Allah nicht wünschen.
Ümri Bin (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet: „Wer Wissen erwirbt, um sich gegenüber den Gelehrten zu rühmen, sich mit den Schwachen zu messen oder die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen, den überlässt Allah der Hölle.“Diese Aussage macht zweifellos auf die höchste Verantwortung der Gelehrten aufmerksam.
Im 159. Vers der Sure al-Baqara spricht der erhabene Allah von denjenigen, die Seine Verse verbergen und verschweigen. Er stellt klar, dass der Fluch Allahs, der Engel und der Menschen auf ihnen lastet.
al-Baqara-159 Wahrlich Allah verflucht, diejenigen, die verbergen, was Wir von den Beweisen und der Bekehrung (die Rückkehr des Geistes zu Allah vor dem Tod) herabsandten, nachdem Wir es den Menschen im Buch erläutert haben, und die Verfluchenden verfluchen sie ebenfalls.
In der Endzeit nimmt der erhabene Allah den Menschen das Wissen, indem Er den Gelehrten das Leben nimmt. Da Er keine neuen Gelehrten einsetzt, wählen die Menschen Unwissende zu Führern und fragen sie Dinge, die sie nicht verstehen. Diese fällen Urteile über diese Dinge, ohne sich auszukennen, und führen damit sowohl sich selbst als auch andere vom Weg Allahs ab.