Wer den Lastern seiner Seele folgt, ist ein Diener des Teufels.
Der eigenen Seele zu folgen bedeutet, den Begierden zu folgen. In unserem geistlichen Herzen gibt es Laster, die der Teufel negativ beeinflussen kann. Groll und Hass, Leugnung, Unwahrheit, Grausamkeit, Neid, Unwissenheit, Geiz, Wut und Zorn, Auflehnung, Ungeduld, Stolz und Hochmut, Gier und Begierde, Undankbarkeit, Lästern, Mutmaßung, Sucht und schlechte Angewohnheiten, Untreue, Heuchelei, Zwietracht und Hetze sind 19 Laster, die der Teufel komplett beeinflussen kann. Wenn wir unserer Seele folgen, erfüllen wir indirekt die Befehle des Teufels. Ein Mensch, der als Diener des Teufels lebt, wird weder in dieser Welt Frieden und Glückseligkeit finden, noch nach dem Tod ins Paradies gelangen. Der erhabene Allah sagt diesbezüglich Folgendes:
an-Nadschm-23 Es (diese Namen) sind nur Namen, die ihr und eure Väter ihnen gegeben habt. Allah hat für sie keinerlei Beweise herabgesandt. Sie folgen lediglich Mutmaßungen und den Begierden ihrer Seele. Und wahrlich, von ihrem Herrn ist die Bekehrung zu ihnen gekommen.
Allah, der Erhabene erwähnt hier die Merkmale derer, die ihren Begierden folgen.
Unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sprach in einer edlen Überlieferung über jene, die ihren Begierden folgen, wie folgt:
„Hütet euch vor Hochmut, denn es war der Hochmut, der den Teufel dazu brachte, sich nicht vor Adam niederzuwerfen. Hütet euch vor Gier, denn es war die Gier, die Adam dazu verleitete, vom verbotenen Baum zu essen. Hütet euch vor Neid, denn es war der Neid, der einen der Söhne Adams dazu brachte, seinen Bruder zu töten. Neid ist die Wurzel aller Sünden.“ (Q: Imam Suyutî, A.g.e. Bd. 2, S. 147–148, Hds. 1593 (2926). Aus Ibn Asakir „Tarih“; Münâvî, Feyzü’l-Kadir, Bd. 3, S. 131, Hds. 2926.)
„Wer auch nur ein Körnchen Hochmut in seinem Herzen trägt, wird nicht ins Paradies eingehen“, sagte der Gesandte Allahs. Daraufhin fragte ein Mann: „Aber der Mensch liebt es doch, schöne Kleider und Schuhe zu tragen.“ Unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) erwiderte: „Allah ist schön und liebt die Schönheit. Hochmut bedeutet jedoch, die Wahrheit zu leugnen und die Menschen zu verachten.“ (Muslim, Îmân, 147).
„Jede Gemeinschaft hat ihre Zwietracht, und die Zwietracht meiner Gemeinschaft ist der Reichtum.“(Tirmidhî, Zuhd 26, Nr. 2337)
„Wehe denen, die Gold, Silber und schönen Kleidern unterworfen sind.“ (Bukhârî, Riqâq 10)
„So wie ihr lebt, werdet ihr sterben. Und so, wie ihr sterbt, werdet ihr auferweckt.“ (Q: Muslim, Cennet, 83-84.)
„Wer durch seine Haltung und sein Verhalten anderen nicht hilft, dessen Familie wird seine Vorfahren nicht übertreffen.“
„Am Tag des Jüngsten Gerichts wird als Erster ein Märtyrer zur Rechenschaft gezogen und in Allahs Gegenwart gebracht. Allah wird ihn an die Segnungen erinnern, die er ihm gewährt hat. und er wird sich ihrer erinnern und bekennen, dass er sie empfangen hat. Allah fragt ihn: „Und was hast du als Gegenleistung dafür getan?” Der Mann antwortet: „Ich habe für Dich gekämpft, bis ich als Märtyrer gefallen bin.“ Doch Allah spricht: „Du lügst. Du hast gekämpft, damit die Leute sagen: ‚Was für ein tapferer Mann!‘ Und genau das haben sie gesagt.“ Daraufhin wird befohlen und er wird er wird mit dem Gesicht nach unten in die Hölle geworfen. Danach wird jemand in Allahs Gegenwart gebracht, der Wissen gelernt, es gelehrt und den Koran gelesen hat. Allah erinnert ihn auch an die Segnungen, die Er ihm gegeben hat. Er erinnert sich auch daran und bekennt, dass er sie empfangen hat. Allah fragt ihn: „Und was hast du als Gegenleistung getan?” Er antwortet: „Ich habe Wissen erlernt, es gelehrt und den Koran um Deines Wohlgefallens willen gelesen.“ Doch Allah spricht: „Du lügst. Du hast Wissen erlernt, damit man dich einen Gelehrten nennt, und den Koran rezitiert, damit man sagt: „Wie schön er liest.“ Und genau das hat man über dich gesagt.“ Daraufhin wird befohlen und auch er wird mit dem Gesicht nach unten in die Hölle geworfen. Schließlich wird ein Mann in Allahs Gegenwart gebracht, dem Allah allerlei Besitz und Möglichkeiten gegeben hat. Allah erinnert auch ihn an diese Segnungen und der Mann bekennt, dass er sie empfangen hat. Allah fragt ihn: „Und was hast du als Gegenleistung getan?”Er antwortet: „Ich habe nichts für mich behalten, sondern alles gegeben und ausgegeben, wo es dir lieb und recht war, nur um dein Wohlgefallen zu erlangen.“ Doch Allah spricht: „Du lügst. Du hast all das getan, damit die Leute sagen: ‚Was für ein großzügiger Mann!‘ Und genau das haben sie über dich gesagt.“ Daraufhin wird befohlen und auch er wird mit dem Gesicht nach unten in die Hölle geworfen.“ (Muslim, Imâra 152)
Der erhabene Allah gebietet:
at-Tauba-42 Wäre es ein naher irdischer Besitz (Beute) oder eine bequeme Reise gewesen, dann wären sie dir gewiss gefolgt. Doch die beschwerliche Reise erschien ihnen zu weit. Sie werden bei Allah schwören: „Hätten wir die Kraft gehabt, wären wir bestimmt mit euch aufgebrochen.“ Doch damit stürzen sie sich selbst (ihre Seelen) ins Verderben. Und Allah weiß, dass sie wahrlich Lügner sind.
al-Hudschurat-14: Die Araber sagten: „Wir sind zu wahren Gläubigen geworden“. Sag ihnen: „Ihr seid nicht zu wahren Gläubigen geworden (Ihr habt euch nicht die Rückkehr zu Allah gewünscht). Sagt, dass ihr euch ergeben habt. Der Glaube ist nicht in (das Innere) eure Herzen eingedrungen. Und wenn ihr Allah und seinem Gesandten gehorcht (und euch die Rückkehr zu Allah wünscht), wird von euren Taten nichts reduziert. Wahrlich Allah ist Allvergevend, Barmherzig.
al-Ma'ida-41: O Gesandter! Lass dich nicht von denen betrüben, die mit ihren Lippen bekennen, dass sie glauben, deren Herzen jedoch nicht glauben und die im Leugnen wetteifern. Und unter den Juden gibt es einige, die zuhören, um anderen, die nicht zu dir kommen, Lügen zu überbringen. Sie verdrehen später die Worte aus ihrem Zusammenhang und sagen: 'Wenn euch dies gegeben wird, dann nehmt es an; wenn es euch aber nicht(so) gegeben wird, dann haltet euch fern. Und wen Allah wünscht in der Zwietracht zu lassen, wirst du nun nichts verhindern können, was von Allah ist. Eben das sind diejenigen, deren Herzen Allah nicht reinigen möchte. Für sie gibt es Ehrlosigkeit auf der Erde, im ewigen Leben jedoch wird es „große Pein“ für sie geben.
Aus all diesen edlen Versen und Überlieferungen wird deutlich, dass diejenigen, die ihren Begierden folgen, die Ereignisse nicht richtig bewerten und deshalb fern von Allah sind. Ihre Errettung ist unmöglich.
Der Teufel hat einer Gruppe von Menschen den Gedanken eingeflüstert: „Der Koran wurde herabgesandt und von den Menschen erläutert.“ Eine andere Gruppe hat er so beeinflusst: „Ihr könnt den Koran nicht selbst verstehen, sondern nur das, was euch die Religionslehrer sagen.“ So kam es, dass die Menschen den Koran durch von Menschen verfasste Bücher ersetzten und ihre Religion nicht mehr aus dem edlen Koran, sondern aus diesen Büchern lernten. Doch leider haben diejenigen, die diese Bücher verfasst haben, nicht den Maßstab beachtet, den unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) für die Überlieferungen festgelegt hat. Stattdessen folgten sie ihren Begierden und setzten ihre Mutmaßungen an die Stelle der Vorschriften des Korans. Dabei ist es unser Recht und unsere Pflicht, Allahs Wissen zu erlernen. Dafür muss der Mensch allerdings einen einzigen Wunsch in sich tragen.
Der erhabene Allah gebietet:
Tā-Hā-114: Erhaben ist Allah, der die Wahrheit und der Herrscher ist. Und Übereile dich nicht bezüglich der Vollendung des Korans, ehe dir die Offenbarung vollständig übermittelt ist. Und sage: „Mein Herr, vermehre mein Wissen.“
Maryam-43: O mein Väterchen, wahrlich hab ich ein Wissen erhalten, das du nicht erhalten hast! Also binde dich an mich. Damit ich dich auf den Niveauvollen Weg (soliden, pretiösen, auf den Weg, der zu Allah führt) bekehre (hinführe).
In diesem Zusammenhang sagte unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm):
„Das Streben nach Wissen ist für jeden Muslim ein Gebot.“ (Q: Ibn Mayo, Mukaddime, 17
Unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) erklärte, wie die Menschen sich von der Religion entfernen, sobald die Unwissenden den Platz der Weisen Allahs einnehmen.
„Ihr lebt in einer Zeit, in der die Weisen zahlreich, die Prediger aber wenige sind. Wer von euch auch nur ein Zehntel seines Wissens verlässt, der wird straucheln und zugrunde gehen. Es wird aber eine Zeit kommen, in der die Weisen weniger und die Prediger zahlreicher werden. Wer in jener Zeit auch nur mit einem Zehntel seines Wissens handelt, wird gerettet werden.“ (Q: Tirmidhi, Fiten, 79, H.nr: 2267; Taberânî, el-Mu’cemu’s-sağîr, II/274, H.nr: 1156.)