Die Verantwortung für religiöse Themen liegt beim Verstand.

Der erhabene Allah erschuf den Menschen mit drei Körpern, einem freien Willen und einem Verstand. Im 26. Vers der Sure al-Hidschr ist von unserem physischen Körper die Rede, der aus Erde (salsalin) erschaffen wurde.

al-Hidschr-26: Wir schwören, dass Wir den Menschen aus Erde (die eine standardisierte menschliche Form bekommen hat), welche sich einer biologischen Transformation unterzogen hat, erschaffen haben.

Im 7. Vers der Sure asch-Schams wird unser seelischer Körper erwähnt, der in sieben Stufen entworfen wurde.

asch-Schams-7: (Geschworen sei )Bei der Seele und bei dem, der ihr ein Design gegeben hat, (so dass sie sich in sieben Stufen zum schönsten verändern kann).

Der erhabene Allah drückt im 9. Vers der Sure as-Sadschda aus, dass Er uns von Seinem Geist eingehaucht hat.

as-Sadschda-9: Danach hat (Allah) ihm ein Design gegeben und in ihn (in den physischen Körper) von Seinem Geist eingehaucht und hat für euch den Hörsinn(Semi) den Sehsinn (Basar) und den Sinn zum Verstehen(Fuad) gegeben. Wie wenig ihr dankt.

Unser Geist ist der Geist Allahs. Er ist so beschaffen, dass er alle Gebote Allahs erfüllt und keine der von Ihm verbotenen Handlungen begeht. Kurz gesagt: Er wurde uns in vollkommener Form anvertraut. Zu Beginn besitzen der physische Körper und die Seele jedoch nicht dieselbe Beschaffenheit. Allah, der Erhabene, will von allen Menschen, dass sowohl ihr physischer Körper als auch ihre Seele Ihm so übergeben werden, dass sie allen Geboten folgen und keine verbotenen Handlungen begehen. Der Verstand ist der Befehlshaber des physischen Körpers und lenkt ihn über das Gehirn. Zwei Ratgeber stehen ihm dabei zur Seite: der Geist und die Seele. Der Geist ist der Vertreter Allahs, die Seele hingegen der Vertreter des Teufels.

Erleben Menschen die Ereignisse auf der ersten Stufe, können sie nur mithilfe ihres Verstandes erkennen, dass sie glücklich werden, wenn sie den Impulsen ihres Geistes folgen. Folgen sie hingegen den Forderungen ihrer Seele, werden sie unglücklich. Auf dem Weg zur Glückseligkeit spielt der Verstand eine entscheidende Rolle, sowohl bei der Bewertung von Ereignissen als auch beim Wunsch, zu Allah zurückzukehren. Wenn unser Verstand in einem von der Seele geprägten Umfeld zum Bewusstsein kommt, wird er den negativen Forderungen der Seele ganz selbstverständlich zustimmen. Ein Beispiel für die Bedeutung der Umgebung, in der sich der Verstand seiner selbst bewusst wird, ist folgendes: Befinden sich nachts zwei Personen in einem Raum und das Licht ist an, können sie einander sehen. Schaltet man jedoch das Licht aus, können sie sich im stockdunklen Raum nicht mehr erkennen. Ihre Pupillen sind zwar vorhanden, doch um ihre Funktion zu erfüllen, brauchen sie Licht. Ohne Licht können sie nicht sehen. So wie das Licht für die Pupillen ist, so sind die Verse Allahs für den Verstand. Damit der Verstand sich seiner selbst bewusst werden kann, braucht er die Verse.

Der Verstand erfüllt die Zielgebote Schritt für Schritt. Und in dem Maß, in dem der Mensch diese Gebote erfüllt, lebt er auch seine Religion. Ein Beispiel: Die Religion eines Menschen, der sich die Rückkehr zu Allah wünscht, entspricht nur diesem Niveau. Tatsächlich gibt es für jede Stufe ein entsprechendes Paradies. Wer das erste Pflichtgebot erfüllt, also sich die Rückkehr zu Allah wünscht, wird in die erste Stufe des Paradieses eintreten. Wer sich an seinen heiligen Lehrer bindet, erfüllt das zweite Pflichtgebot und wird in die zweite Stufe des Paradieses eintreten. Somit stimmt die in der Überlieferung erwähnte Aussage „Die Religion des Menschen entspricht seinem Verstand“ zu hundert Prozent mit dem edlen Koran überein.

Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) erwähnte:

Mein Bruder Gabriel sagte zu mir: „Allah spricht: Ich habe der Welt offenbart, dass sie für Meine Geliebten bitter, trüb, eng und beschwerlich sein soll, auf dass sie sich die Rückkehr zu Mir wünschen.“ (Q: Camiu’s Sağır. Hadith Nr: 3276. Ravi: Hz. Aişe (R.A).

Wie aus der Überlieferung hervorgeht, möchte der erhabene Allah durch die Ereignisse, die er den Menschen erleben lässt, bewirken, dass sie sich die Rückkehr zu Ihm wünschen.

Unser Prophet, der Sultan der Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm ) gebietet:

„Ein Mensch, in dessen Herz nichts vom Koran ist, gleicht einem zertrümmerten Haus.“ (Q: Tirmidhi, Darimi, 3349.)

Um die Ereignisse richtig bewerten zu können, müssen wir unbedingt ein Leben führen, das sich am edlen Koran orientiert. Andernfalls ist der Mensch nichts weiter als eine Ruine. Sein ganzes Leben lang bleibt er gezwungen, auf der ersten oder zweiten Stufe zu verweilen. Und aufgrund der negativen Punkte, die er auf sich geladen hat, wird er leider in die Hölle gelangen.

Yūnus-7 Wahrlich wünschen sie sich nicht, zu Uns zurückzukehren (zu Lebzeiten ihren Geist zu Allah zu führen). Sie haben sich mit dem irdischen Leben zufriedengegeben und darin Erfüllung gefunden und sie sind es, die achtlos gegenüber Unseren Versen sind.

Yūnus-8: Ihre Wohnstätte ist, aufgrund ihrer erworbenen (Punkte), das Feuer (die Hölle).

Unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm ), sprach:

„O mein Herr! Ich suche Zuflucht bei Dir vor der Strafe des Grabes, vor der Strafe der Hölle, vor den Prüfungen des Lebens und des Todes und vor der Zwietracht des falschen Messias (Dajjal).“ (Q: Bukhari, Cenazah, 88; Muslim, Mesacid, 128-134.)