Was genau ist der Bekehrungsweg?

Der Bekehrungsweg ist der Weg, auf dem der menschliche Geist zu Gott zurückkehrt. Unser heiliger Lehrer führt uns, während unser Geist, zum Schöpfer, zurückkehrt.

Der Geist durchschreitet die sieben Himmelsstufen und die sieben Welten, um das Antlitz Gottes in der Nichtexistenz zu erreichen. Dies ist die Reise des Geistes.

Wenn ein Mensch stirbt, sagen viele: „Gott hat das Anvertraute zu sich genommen.“ Damit ist unser Geist gemeint. Denn mit dem Tod kehrt der Geist eines jeden Menschen zu Gott zurück. Die Heiligen Schriften wollen uns jedoch etwas anderes mitgeben. Wir sollen unseren Geist schon in diesem Leben, noch bevor wir sterben, bewusst Gott übergeben.

Und Sie führen das (ihren Geist), was Allah ihnen befohlen hat, zu Ihm zurückzuführen, (vor dem Tod) zu ihm (Allah) zurück. Und sie empfinden ihrem Herrn gegenüber Ehrfurcht und sie fürchten sich vor einer schlimmen Abrechnung (davor in die Hölle zu kommen). (ar-Rad 21)

Sie sind es, die sich mit Geduld das Antlitz ihres Herrn wünschen (um zu Ihm zurückzukehren und Ihn zu sehen) und das rituelle Gebet verrichten; sie sind diejenigen, die die Gaben, die Wir ihnen gegeben haben insgeheim und offen spenden. Und sie sind diejenigen, die das Böse mit dem Guten abwehren. Für sie gibt es also ein (schönes) Ende auf dieser Welt. (ar-Rad 22)

Das grundlegende Prinzip des Bekehrungsweges ist die Bindung an einen heiligen Lehrer. Wer sich die Rückkehr zu Gott nicht von Herzen wünscht, kann nicht zu einem Heiligen werden, ganz gleich, vor wem er Buße tut. Erst wenn man sich von Herzen die Rückkehr zu Gott wünscht und mit Gaben vor dem heiligen Lehrer Buße tut, kann ein Mensch zu einem Heiligen werden. Wenn es heißt: „die Wege bestimmt allein Gott“, dann schließt das auch ein, dass nur Er über die Bestimmung des heiligen Lehrers entscheidet. Deshalb ist es wichtig, Gott durch das Bittgebet darum zu bitten, uns den heiligen Lehrer zu zeigen, den Er für uns bestimmt hat.

DAS RITUELLE BITTGEBET

Derjenige, der ein Anliegen hat oder seinen heiligen Lehrer erreichen will, verrichtet das rituelle Bittgebet. Dieses Gebet wird in der Nacht von Donnerstag auf Freitag oder in den heiligen Nächten verrichtet. Ist das nicht möglich, kann es auch in jeder anderen Nacht verrichtet werden. Zuerst sollte die rituelle Ganzkörperwaschung vorgenommen werden. Nach der Absicht für das Bittgebet werden die folgenden Verse auf arabisch rezitiert:

1. Gebetsabschnitt: Subhanaka + Al-Fatiha + 3 Ayatal Kursi.

2. Gebetsabschnitt: Al-Fatiha + Al-Ikhlas + Al-Falaq + An-Nas.

Am Ende des 2. Gebetsabschnittes (im Sitzen): Attahiyyatu.

3. Gebetsabschnitt: Al-Fatiha + Al-Ikhlas + Al-Falaq + An-Nas.

4. Gebetsabschnitt: Al-Fatiha + Al-Ikhlas + Al-Falaq + An-Nas.

Am Ende des 4. Gebetsabschnittes (im Sitzen): Attahiyyatu + Allahumma salli + Allahumma Barik + Rabbena.

Nachdem das rituelle Gebet beendet ist, bittet die Person Gott um alles, was sie sich wünscht oder fragt nach ihrem heiligen Lehrer. Es wird nicht gesprochen. Die Gebetsrichtung ist auf die rechte Seite des Bettes ausgerichtet und die Person liegt mit der Vorderseite ihres Körpers in diese Richtung. “Ayatal Kursi” wird nach dem Hinlegen dreimal gelesen. Es wird sich von Gott etwas Weltliches oder Geistliches gewünscht oder um den heiligen Lehrer gebeten. Dann wird Gott gepriesen, indem der Name von Gott innerlich wiederholt wird. 

Das rechte Ohr kommt auf das Kissen, weil man auf der Seite liegt. Der Kopf wird in eine Position bewegt, in der der Herzschlag (aufgrund des Drucks im Ohr) gut zu hören ist, indem er leicht nach rechts und links bewegt wird. Bei jedem doppelten Herzschlag wird der Name Gottes innerlich wiederholt. 

Wenn in der ersten Nacht des rituellen Bittgebets kein Traum bezüglich des Wunsches zu sehen ist, sollte es in jeder Nacht von Donnerstag auf Freitag fortgesetzt werden, bis das Ziel erreicht ist. Es kann aber auch jeden Abend verrichtet werden.