Wie können wir unsere Wut beherrschen?

Wenn wir bei dem, was wir tun, Gott preisen, gibt uns das Halt und wir stehen stärker im Leben.

Nehmen wir an jemand hat Sie beleidigt, dann beginnen Sie sofort innerlich Gott zu preisen, also den Namen des Herrn zu wiederholen. Diese Wiederholung führt dazu, dass Sie ihre Wut unterdrücken.

Entschuldigen Sie sich anschließend bei dieser Person, aber auf eine Weise, die sie nie erwarten würde. Auch wenn Sie nichts falsch gemacht haben, können Sie die Schuld auf sich nehmen und sagen:„Es war meine Schuld. Ich bitte dich vor Gott um Verzeihung. Bitte verzeih mir.“ Der Teufel wird Ihnen einreden, dass ein solches Verhalten erniedrigend sei. Doch in Wahrheit ist genau das Gegenteil der Fall. Sobald Sie sich entschuldigen, verliert der Teufel seinen Einfluss auf Sie. Sie haben eine außergewöhnliche Herausforderung bewältigt und sich selbst bewiesen, dass Ihr Wille stärker ist als gewöhnlich. Dies ist eine sehr wichtige Etappe, die nicht jeder erreichen kann.

Seien Sie der Erste, der sich entschuldigt oder Verständnis zeigt, selbst wenn es sich ungerecht anfühlt. Warum? Weil Gott es mit Ihnen ebenso macht. Die Bibel fordert uns auf: „Vergebt einander, wie auch der Herr euch vergeben hat.“ (Kolosser 3,13)

Die Person, die Ihnen gegenübersteht, hat Sie beleidigt und damit Unrecht getan. Doch Sie sind ruhig geblieben und haben sich sogar entschuldigt. Damit haben Sie das Gute gewählt. Denken Sie nicht, dass Sie danach eine innere Unruhe spüren werden – im Gegenteil. Zuerst wird der Teufel Sie mit aller Kraft angreifen und Ihnen einflüstern: „Diese Person beleidigt dich vor allen, macht dich lächerlich. Hast du denn überhaupt keinen Stolz? Du bleibst ruhig und entschuldigst dich auch noch? Wie dumm ist das denn?“ Doch sobald die erste Angriffswelle des Teufels (dieses innere Kanonenfeuer) vorüber ist, werden Sie spüren, wie Ruhe und Frieden sich in Ihnen ausbreiten. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass Sie das getan haben, was nötig war.

Was wird die andere Person tun, wenn Sie das wirklich schaffen? Ihr Verhalten hätte sich nur verschlimmert, wenn Sie mit Wut reagiert hätten, aber Sie sind ruhig geblieben. Doch können Sie diese Stärke wirklich zeigen? Sie beenden damit den Streit und gleichzeitig gewinnen Sie an Größe in den Augen des anderen. Die andere Person wird sich von selbst fragen, ob sie auch so handeln könnte. Sie wird merken, dass Sie anders sind, dass Sie eine Eigenschaft besitzen, die sie nicht kennt. Möglicherweise bittet sie Sie sogar schon wenige Minuten später um Entschuldigung. Das ist der erste Schritt in Richtung Versöhnung und dieser muss von Ihnen ausgehen. Warum? Weil Sie für Ihre Mitmenschen ein Vorbild sein sollen, das zeigt, was in den Heiligen Schriften gelehrt wird.

Streben Sie nicht nach Vergeltung, zeigen Sie vielmehr die Großzügigkeit Gottes.

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar; und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Untergewand nehmen will, dem lass auch den Mantel! Und wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei! Gib dem, der dich bittet, und weise den nicht ab, der von dir borgen will! (Matthäus 5,38-42)

Diese Diener unseres Herrn haben die höchste Stufe der Heiligkeit erreicht. Ihre Seelen sind so rein wie ihr Geist. Alles, was mit Zorn, Groll, Neid oder Feindschaft zu tun hatte, ist aus ihren Herzen verschwunden und wurde durch das strahlende Licht der Liebe ersetzt. Die Geliebten Gottes sind jene, die in Liebe leben und Liebe ausstrahlen.

Wenn wir uns die Rückkehr zu Gott wünschen, die vier Ebenen der Ergebung vollziehen und die sieben Phasen durchlaufen, so wie es in den Heiligen Schriften beschrieben wird und wie es die Diener Gottes getan haben, die die höchste Stufe der Heiligkeit erreicht haben, dann können auch wir zu jenen gehören, die im Guten wetteifern. Das ist eine Aufgabe, die Gott uns anvertraut hat.